Benko - Nach OGH-Tiefschlag wieder Riesen-Coup

Wien (APA) - Oft gehypt, zuletzt angekratzt - der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko hat mit der Übernahme der deutschen Karstadt-Warenhä...

Wien (APA) - Oft gehypt, zuletzt angekratzt - der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko hat mit der Übernahme der deutschen Karstadt-Warenhäuser einen Coup gelandet, der medial hohe Wellen schlägt. Nur eines ist unterdessen noch offen - und zwar, was hat der 37 Jahre alte Sohn eines Beamten, der die Schule als 17-Jähriger schmiss, mit den Kaufhäusern vor. Die 17.000 Mitarbeiter in Deutschland sind besorgt.

Laut verschiedenen Medienberichten gilt Benko als einer der 50 reichsten Österreicher. Privat besitzt er feinste Innenstadt-Immos etwa in Wien und Innsbruck, wo er auch geboren wurde am 20. Mai 1977. Auch eine Villa am Gardasee soll zu seinen privaten Unterkünften gehören, früher fuhr er angeblich auch einmal gerne mit Ferraris durch die Welt. Die habe er aber alle wieder verkauft, sagte der in zweiter Ehe verheiratete Vater von insgesamt drei Kindern einmal in einem Magazin.

Seine 1999/2000 gegründete Signa-Gruppe ist Spezialist für Luxus-Immobilien in Spitzenlagen und bietet Projektentwicklung und Immobilienfonds für Anleger. Das Immobilienvermögen soll nach eigenen Angaben des Unternehmens inzwischen bei mehr als 6,5 Mrd. Euro liegen. „Ein Tiroler kauft Europa“, titelte das Magazin Format eine Geschichte über Benko vor einigen Jahren. Den ersten Coup hatte Benko 2004 gelandet. Er machte als damals 27-Jähriger das Rennen um das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck und entwickelte es weiter.

Ein rechtskräftiges Urteil zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung bremste den Höhenflug von Benko im August 2013 erstmals ein. Das Urteil wurde erst am vergangenen Montag vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Denn auch der OGH sah es als erwiesen an, dass Benko gemeinsam mit seinem Steuerberater eine verbotene Intervention in einer Steuerangelegenheit in Italien vornahm. Konkret wurde Benko rechtskräftig zu einer einjährigen Haftstrafe bedingt auf eine Probezeit von drei Jahren verurteilt. Kurz nach dem Ersturteil zog sich der Tiroler aus der operativen Führung des Signa-Konzerns in den Beirat zurück - die Zügel hat er allerdings weiter fest im Griff.

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Benko, der auch einmal gerne feiert - etwa beim Weißwurstessen in Kitzbühel - gibt wenig über sein Privatleben preis. Fast genau so wenig ist über die Investoren hinter seiner Signa bekannt. Geldgeber sollen angeblich George Economou, ein griechischer Reeder, der Staatsfonds Abu Dhabi und nicht zuletzt der ehemalige Bau-Industrielle Hans-Peter Haselsteiner über dessen Familien-Privatstiftung wie auch der Ex-Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking beispielsweise bei „Signa Prime Selection AG“ sein.

Im Firmencompass findet man aktuell unter Benkos Namen übrigens folgende Angaben: Funktionen aufrecht: 0, gelöscht: 57. Stifter ist er bei den Privatstiftungen „Familie Benko“, „Laura“ und neben anderen Prominenten bei der gemeinnützigen „Nein zu Arm und Krank“.

~ WEB http://www.signa.at

http://www.karstadt.de ~ APA251 2014-08-15/15:31


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