Rettungsaktion für Höhlenforscher - Keine Hektik in Einsatzzentrale

Abtenau (APA) - Von Hektik ist bei der Talstation der Karkogelbahn in Abtenau, wo die Einsatzzentrale für die Rettungsaktion des verletzten ...

Abtenau (APA) - Von Hektik ist bei der Talstation der Karkogelbahn in Abtenau, wo die Einsatzzentrale für die Rettungsaktion des verletzten Höhlenforschers liegt, am Freitagnachmittag nichts zu bemerken gewesen. Während sich die Gespräche um den weiteren Bergungsverlauf drehten, gesellten sich einige Touristen dazu, die mit großem Interesse die Starts- und Landungen des Polizeihubschraubers beobachteten.

Der Blick von Bergrettungs-Einsatzleiter Wilfried Seidl richtete sich immer wieder gegen den Himmel. Denn um 14.00 Uhr begannen sich die Wolken am Tennengebirge bedrohlich zu senken. Noch schnell brachte der Hubschrauber vier Höhlenretter ins Tal. Sie waren stundenlang in der Jack Daniel‘s Höhle im Einsatz. Mit müden, aber erleichterten Gesichtern verließen sie den Helikopter. Der Schmutz auf ihren Gummistiefeln, auf den Schutzanzügen und Helmen gaben Zeugnis von den schwierigen Bedingungen, die sie zu meistern hatten.

Kaum waren die Retter ausgestiegen, wurde zusätzliches Sanitätsmaterial in den Hubschrauber des Innenministeriums eingeladen. Der Höhlenrettungsarzt hat es angefordert. Der verletzte polnische Höhlenforscher Marek G. soll nach der Bergung aus der Höhle in ein stabileres Tragesystem umgebettet werden. Am Höhleneingang wurde auch ein Zelt mit Heizkanone errichtet, schildert Einsatzleiter Seidl. In dem Zelt kann der Verletzte vor seinem Abtransport ins Tal noch einmal medizinisch versorgt werden.

Die Hoffnung der Retter, dass Marek G. bereits morgen, Samstag, das Tageslicht erblickt, ist noch nicht geschwunden. Ein erneuter Augenaufschlag in Richtung Himmel demonstriert den Wettlauf mit der Zeit: Wird das Wetter genügend Sicht zulassen, sodass der Höhlenforscher mit dem Hubschrauber abtransportiert werden kann? Ansonsten müsste er ins Tal getragen werden, was einige Stunden in Anspruch nimmt, erklären die Helfer.

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Mit dem bisherigen Verlauf der Bergung zeigten sich die Einsatzkräfte zufrieden. Der 80 Meter lange Ikara-Schacht sei mit dem Patienten heute so rasch überwunden worden, dass man mit dem Nachlegen der Telefonleitung nicht nachgekommen sei. Auch deshalb wurde die Kommunikation in der Höhle mehrmals unterbrochen.

Die Helfer ließen dennoch keine Unruhe aufkommen. Geduldig beantworteten sie bei der Einsatzzentrale die Fragen von neugierigen Urlaubern, die mit ihren Kindern die nahe gelegene Sommerrodelbahn besucht oder eine Wanderung unternommen hatten. Passanten zückten ihre Fotoapparate, das Hauptmotiv war der Polizeihubschrauber. Die Interviewanfragen von Medienvertretern schienen die Einsatzkräfte ebenfalls nicht zu stören. Sie gaben bereitwillig Auskunft. Auf dem Parkplatz der Karkogelbahn reihten sich die Autos der Touristen neben den Fahrzeugen der Höhlen- und Bergrettung, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der bayerischen Bergwacht, der Gemeinde Abtenau und der Polizei. Alles verlief ruhig. Keine Schreie, kein Hupen. Hin und wieder waren die Rotoren des Hubschraubers zu hören, der in Richtung Jack Daniel‘s Höhle abhob - wo die Rettungsaktion auf Hochtouren läuft.


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