Angriffe auf pakistanische Luftwaffenstützpunkte: Zwölf Tote

Gleich zwei Splittergruppen der islamistischen Tehreek-e-Taliban Pakistan übernahmen die Verantwortung für das Blutvergießen. Als Motiv wurde die anhaltende Militäroffensive gegen Rebellenverstecke im Stammesgebiet Nordwaziristan angeführt.

Islamabad - Bei Rebellenattacken auf zwei Luftwaffenstützpunkte im Südwesten Pakistans sind nach Militärangaben mindestens zwölf Angreifer getötet worden. Außerdem seien bei dem Doppelangriff in der Nacht zum Freitag elf Sicherheitskräfte verletzt worden. Unterdessen kam es bei Anti-Regierungsdemonstration zu Zusammenstößen.

Die Täter hatten demnach vergeblich versucht, mit automatischen Waffen, Handgranaten und Sprengstoffwesten in die Stützpunkte nahe der Stadt Quetta einzudringen. Zu der Attacke bekannten sich die pakistanischen Taliban. Das Militär des Landes präsentierte Journalisten die sterblichen Überreste von zwölf Angreifern. Die Provinzregierung sprach von mehr als neunstündigen Kämpfen. Letztlich sei den Angreifern die geplante Stürmung der Luftwaffenstützpunkte aber nicht gelungen.

Gleich zwei Splittergruppen der islamistischen Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) übernahmen die Verantwortung für das Blutvergießen. Als Motiv wurde die anhaltende Militäroffensive gegen Rebellenverstecke im Stammesgebiet Nordwaziristan angeführt.

Quetta ist die Hauptstadt der Provinz Baluchistan (Belutschistan), die an Afghanistan grenzt. In der Region kämpfen Rebellen seit 2004 für politische Autonomie und größere Anteile an den Einnahmen aus der Öl- und Erdgasförderung in der rohstoffreichen Gegend. Die Taliban und andere Aufständische greifen immer wieder Sicherheitskräfte an und verüben regelmäßig Anschläge.

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Zudem stießen in Pakistan Tausende Regierungsgegner mit Unterstützern von Ministerpräsident Nawaz Sharif zusammen. Die Demonstranten, angeführt von der Oppositionspartei Tehrik-i-Insaaf des ehemaligen Cricketstars Imran Khan, fordern den Rücktritt Sharifs wegen angeblichen Wahlbetrugs. Khan und etwa 5000 seiner Unterstützer durchquerten am Freitag auf einem Protestmarsch die Stadt Gujranwala, als es zu den Ausschreitungen kam.

Die Polizei wies Berichte zurück, dass Parteigänger der Regierung Schüsse auf den Konvoi Khans abgefeuert hätten. Die Demonstranten waren am Donnerstag von Lahore in Richtung der Hauptstadt Islamabad aufgebrochen. Ein Angebot des Ministerpräsidenten, die Anschuldigungen wegen Wahlbetrugs zu untersuchen, hatte Khan abgelehnt. Ein weiterer Protestmarsch, angeführt von dem pakistanisch-kanadischen Kleriker Tahirul Qadri, ist ebenfalls auf dem Weg nach Islamabad. (APA/AFP/dpa)


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