Ukraine-Krise - Rebellenführer fordert russische Hilfsgüter ein

Donezk (APA/AFP) - Der selbsterklärte Ministerpräsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, ...

Donezk (APA/AFP) - Der selbsterklärte Ministerpräsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, hat die Aushändigung der von Russland gelieferten Hilfsgüter gefordert. Die Volksrepublik sei in einer „schlimmen humanitären Situation“ und brauche die russischen Hilfsgüter wie Luft zum Atmen, sagte Sachartschenko am Freitag vor Journalisten in Donezk.

Der vorherige Feldkommandant der Rebellen hatte den Posten vor einer Woche überraschend vom bis dahin aktiven selbsterklärten Regierungschef Alexander Borodaj übernommen.

Das Schlimme sei, dass die Regierung in Kiew die russischen Hilfen nicht nur ablehne, sondern sie mit allen Mitteln zu verhindern suche, sagte Sachartschenko. Dabei würden die Hilfsgüter dringend benötigt für „die Verletzen, die Kranken, das Militär“.

Der umstrittene Hilfskonvoi von knapp 300 Lastwagen befindet sich seit Freitag an der Grenze, wann er ins Land gelassen wird, war weiter offen. Kiew und der Westen befürchten, dass die Güter den bedrängten prorussischen Separatisten zugute kommen oder der Konvoi gar als Deckmantel für eine Invasion dient.

Die bewaffneten Gegner der Regierung in Kiew verloren im Osten der Ukraine zuletzt zunehmend an Boden. Ihre Hochburgen, die Großstädte Donezk und Luhansk (Lugansk), stehen unter schwerem Beschuss der ukrainischen Armee und mit ihr verbündeter Milizen. Sachartschenko sagte am Freitag, die Rebellen hätten eine Gegenoffensive gestartet und dabei einen Korridor zwischen beiden Städten zurückerobert.

Zum überraschenden Abgang des Rebellen-Militärchefs Igor Strelkow sagte Sachartschenko: „Er hat einen Monat Urlaub genommen. Das ist nicht überraschend, weil nicht jeder in der Lage ist, drei Monate unter ständigem Beschuss in Slawjansk auszuharren.“ Aus der ostukrainischen Stadt Slawjansk hatten sich die Aufständischen angesichts des Vormarschs der Regierungstruppen Anfang Juli zurückgezogen.


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