Frequency - Wenig gefährliche Beat-Mafia: Skrillex überflutete Reize

St. Pölten (APA) - Die noch Kraft hatten, tanzten, die anderen bestaunten die visuellen Effekte: Der Auftritt von Skrillex in der Nacht auf ...

St. Pölten (APA) - Die noch Kraft hatten, tanzten, die anderen bestaunten die visuellen Effekte: Der Auftritt von Skrillex in der Nacht auf Samstag beim FM4 Frequency Festival in St. Pölten war eine einzige Reizüberflutung der Augen und Ohren. „Wir sind die österreichische Beat-Mafia“, verkündete der 26-jährige Amerikaner. So gefährlich wie die „ehrenwerte Gesellschaft“ war sein Programm dann doch nicht.

Sonny John Moore alias Skrillex hat den Dubstep massenkompatibel gemacht. Über seine Platten schrieb der „Rolling Stone“, dass sie weniger nach Songs, sondern vielmehr so klingen, als würde ein Transformer die Voltrons verspeisen (beides sind Figuren aus Animationsserien mit Alien-Roboter im Mittelpunkt). Der Star der elektronischen Dance-Music gibt sich selbst gerne außerirdisch, sein berühmtes Raumschiff als Bühnendekoration hat er diesmal aber zurückgelassen. Die Space Stage war ohnehin ihrem Namen gerecht ausgestaltet und dekoriert.

Die Musik war pumpend, immer wieder wechselte Skrillex zwischen sehr schnellen Phasen und entspannteren, zwischendurch gar hymnischen Teilen, Hip-Hop gab es in kleinen Maßen, zwischendurch immer wieder Reggae-Rhythmen, Ausflüge in den Post-Hardcore, Electro House und natürlich Beats, Beats, Beats. Besonders innovativ hörte sich das alles nicht an, Skrillex bediente den Mainstream - aber das gekonnt. Nach drei Tagen Programm gab sich das Publikum damit ohnehin zufrieden, das Areal war voll, der Staub wirbelte unter den Tanzbeinen, Erschöpfte beschränkten sich auf gelegentliches Hände-in-die-Höhe-Strecken.

Es gab dem Act und Genre entsprechend viel Licht, Laser, Rauch und Visuals. Zunächst ließ sich kein klares Konzept erkennen, aber mit Fortdauer der Darbietung wurden das Video-Material beeindruckender, wilder, kreativer. Monatelang soll der sechsfache Grammy-Gewinner Skrillex in einer Lagerhalle bei ihm zu Hause in Los Angeles an der Gestaltung gearbeitet haben.

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Am Samstag geht das Festival ins Finale. Am Abschlusstag waren u.a. Editors, The Kooks, Travis und Placebo angesagt. Letztere hatten vor zwei Jahren ihr Frequency-Gastspiel nach nur zwei Nummern abgebrochen. Der heimische DJ und Produzent Parov Stelar wird mit Band auf der Green Stage als Headliner erwartet, Helge Schneider als letzter Act auf der Weekender-Stage.


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