Der Streit um die humanitäre Hilfe für die Ostukraine

Luhansk (Lugansk)/Donezk (APA/dpa) - Die Menschen in der umkämpften Ostukraine benötigen dringend Hilfsgüter. Seit Tagen streiten Moskau und...

Luhansk (Lugansk)/Donezk (APA/dpa) - Die Menschen in der umkämpften Ostukraine benötigen dringend Hilfsgüter. Seit Tagen streiten Moskau und Kiew, wie Lastwagenkonvois die Betroffenen erreichen können.

MONTAG, 11. AUGUST: Russlands Präsident Wladimir Putin kündigt russische Hilfe an. Ein Konvoi soll in Abstimmung mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) organisiert werden.

DIENSTAG, 12. AUGUST: In Russland werden laut Staatsfernsehen 280 Lastwagen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und anderen Gütern beladen. Beim Start ist unklar, ob der Transport mit Kiew abgestimmt ist. Der Vizechef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Waleri Tschaly, sagt, man werde keinen rein russischen Konvoi auf ukrainisches Staatsgebiet lassen. Im Ringen um die Hilfe fordert Russlands Außenminister Sergej Lawrow seinen deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier auf, alles für eine erfolgreiche Umsetzung zu tun. Die Regierung in Kiew befürchtet, dass der Kreml unter dem Deckmantel einer Hilfsaktion Waffen für Separatisten einschmuggeln könnte. Moskau weist dies zurück.

MITTWOCH, 13. AUGUST: In Kiew bekräftigt Ministerpräsident Arseni Jazenjuk, nur unter IKRK-Federführung werde der Konvoi ins Land gelassen. Laut Innenminister Arsen Awakow dürfen die Lastwagen nicht wie zunächst geplant durch das Gebiet Charkiw (Charkow) fahren. Erstmals kündigt auch die Regierung in Kiew Unterstützung für die notleidenden Menschen an.

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DONNERSTAG, 14. AUGUST: Der russische Konvoi steht vor der Grenze im Gebiet Rostow. Von dort können die Lastwagen direkt in ein von Separatisten kontrolliertes Gebiet einfahren. Die ukrainische Regierung startet Fahrzeuge mit eigenen Hilfsgütern. Insgesamt will Kiew mehr als 70 Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgütern ins Krisengebiet schicken und dort dem Roten Kreuz übergeben. Erste ukrainische Transporter mit Medikamenten und Lebensmitteln erreichen noch am Abend einen Sammelpunkt nördlich von Luhansk (Lugansk). Ob der russische Konvoi die Grenze passieren darf, ist unklar. Er hängt wegen mangelnder Absprachen zwischen Moskau, Kiew und dem Roten Kreuz fest.

FREITAG, 15. AUGUST: Moskau und Kiew einigen sich. Der russische Konvoi darf über die Grenze, wenn seine Ladung vom Roten Kreuz kontrolliert wird. Laut Pentagon hat Moskau Washington versichert, der Konvoi sei kein Vorwand für ein militärisches Eingreifen. Berichte über einen angeblichen russischen Militärkonvoi auf ukrainischem Gebiet sorgen für einen Eklat. Der Westen wirft Russland Provokation vor. Die Führung in Moskau weist die Anschuldigungen zurück.


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