Philippinischer Regisseur Diaz gewann Goldenen Leoparden

Locarno (APA/dpa) - Der philippinische Regisseur Lav Diaz hat mit seinem Historiendrama „From what is before“ den Goldenen Leoparden des 67....

Locarno (APA/dpa) - Der philippinische Regisseur Lav Diaz hat mit seinem Historiendrama „From what is before“ den Goldenen Leoparden des 67. Internationalen Filmfestivals in Locarno gewonnen. Der fünfeinhalb Stunden dauernde Spielfilm reflektiert in fesselnden Bildern mit der Suggestivkraft meisterlicher Gemälde die Auswirkungen der Diktatur von Ferdinand Marcos in Diaz‘ Heimat während der 1970er-Jahre.

Im Hauptwettbewerb liefen 17 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt. Das philippinische Drama „Mula Sa Kung Ano Ang Noon“ („From What Is Before“/ „Von dem, was war“) von Lav Diaz war bereits als Favorit gehandelt worden und überzeugte die Jury am meisten. Durch seine künstlerische Kraft reift der Film zu einem allgemeingültigen, auch gegenwärtige Probleme spiegelnden Drama von packender Intensität.

Eine Überraschung war die Auszeichnung von Pedro Costa (Portugal) als Bester Regisseur für seinen sperrigen Spielfilm „Cavalo Dinheiro“ („Pferdegeld“). Der in der Inszenierung stark an das Theater angelehnte Film spiegelt in seiner schwer zu entschlüsselnden, sehr kunstgewerblich anmutenden Erzählweise die Auswirkungen revolutionärer Ereignisse auf die Psyche einfacher Menschen. Auch der Spezialpreis der Jury an „Listen Up Philip“ („Halt die Klappe, Philip“) von Alex Ross Perry (USA), das schwatzhafte Porträt eines eitlen Jung-Schriftstellers, rief Verwunderung hervor.

Die Preisverleihung sollte am Samstagabend auf der Piazza Grande stattfinden, dem Marktplatz der malerischen Stadt am schweizer Ufer des Lago Maggiore. Das 67. Internationale Filmfestival Locarno hatte in zehn Tagen knapp dreihundert Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in verschiedenen Sektionen gezeigt.


Kommentieren