Serfaus öffnete Tor zu sakralen Kunstschätzen

Das neue Serfauser Pfarrmuseum zeigt 188 Objekte aus sieben Jahrhunderten. Die Sammlung umfasst Malerei, Skulpturen und Urkunden.

© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Serfaus –War es 427 n. Chr. oder doch erst 1000 Jahre später, als in Serfaus die Muttergottes erschienen ist? Von einem Baumgipfel soll sie dem Holzfäller zugerufen haben: „Hack mich nicht.“ In der Wallfahrtskirche „Unsere liebe Frau im Walde“ findet sich eine 64 Zentimeter hohe romanische Marienfigur, auf deren Rückseite die Jahreszahl „427“ eingekerbt ist.

„Ob Serfaus ein frühchristlicher Wallfahrtsort war, ist wissenschaftlich nicht nachweisbar“, schildert Sylvia Mader, Kuratorin des neuen Serfauser Pfarrmuseums. „Fest steht, dass Serfaus 1927 das 1500-Jahr-Jubiläum der Wallfahrt auf Grund der Überlieferung gefeiert hat.“

Zudem steht fest, dass Serfaus seit den Jahr 1300 eine selbstständige Pfarre ist. Ihr war auch die Seelsorge in Fiss, Ladis und See untergeordnet.

Die Seelsorger von Serfaus waren Bauherren und Auftraggeber für Kunstwerke. „Sie bewiesen Sinn für Qualität und Geschmack. Viele Aufträge gingen an Tiroler Maler und Bildhauer“, resümiert die Expertin. Der Bezirk Landeck ist u. a. mit dem Bildhauer Andreas Kölle (1689–1755) vertreten. Aber auch der bayerische Holzbildhauer Jörg Lederer (1470–1550) ist mit einem reichen Erbe an Figuren in Serfaus präsent.

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Am Hohen Frauentag hatte die Pfarre Serfaus mit Seelsorger Willi Pfurtscheller allen Grund zum Feiern. Das neue Pfarrmuseum wurde nach dem Gottesdienst und der Prozession offiziell eröffnet. Kuratorin Mader sowie Chronist Alfred Tschuggmall führten mehr als 300 Besucher durch 700 Jahre Serfauser Pfarrgeschichte.

Entstanden ist das Museum aus einer Dauerausstellung, die seit dem Jahr 2002 an der Dorfbahnstraße gezeigt wurde. Die Sammlung umfasst 188 Objekte, einige davon seien neu restauriert worden.

Am Eingang erwartet den Besucher eine mediale Inszenierung der legendären Serfauser Marienerscheinung. Mittelalterliche Mysterienspiele und „Heilige Gräber“ standen ebenso Pate wie die beleuchtete Marienfigur in der Baumkrone, die 1927 bei der Wallfahrtskirche positioniert war. Im Foyer ist übrigens die heuer restaurierte Turmuhr der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt zu bewundern. Mit rund 400 Jahren ist sie laut Heimatforscher Josef Walser die älteste Großuhr im Bezirk Landeck.

Das Serfauser Pfarrmuseum kann in der Sommersaison am Dienstag von 16 bis 18 Uhr sowie Mittwoch ab 15 Uhr besichtigt werden. Infos beim TVB, Tel. 05476/623911.


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