Steinmeier gegen selbstständigen Kurden-Staat im Nordirak

Berlin/Bagdad (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier lehnt einen eigenen Staat der durch die islamistische Terrormil...

Berlin/Bagdad (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier lehnt einen eigenen Staat der durch die islamistische Terrormiliz IS bedrohten Kurden im Nordirak ab. „Ein unabhängiger Staat der Kurden würde die Region weiter destabilisieren und neue Spannungen hervorrufen, möglicherweise auch mit Nachbarstaaten des Irak“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Auch in der Türkei und Syrien leben viele Kurden.

Er hoffe vielmehr, dass die staatliche Einheit des Irak erhalten bleibe. „Die Bildung einer neuen Regierung in Bagdad unter Führung eines Ministerpräsidenten al-Abadi, in der sich alle Regionen und Religionen des Landes wiederfinden und die sich wirksam gegen den Angriff von IS zur Wehr setzt, ist vielleicht die letzte Chance für den Zusammenhalt des irakischen Staates“, sagte Steinmeier, der am Samstag den Irak besucht hatte. Dabei sicherte der Minister den Kurden erneut Unterstützung im Kampf gegen die Jihadisten der IS (Islamischer Staat) zu. Ob Deutschland neben seinen Hilfsgüterlieferungen auch Waffen und Ausrüstung in das Krisengebiet schicken werde, ließ er aber weiter offen.

Der CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann hatte sich in der Zeitung „Die Welt“ (Samstag) für einen unabhängigen Kurden-Staat im Nordirak ausgesprochen. Der irakische Zentralstaat sei nicht in der Lage gewesen, Sicherheit und Ordnung im Lande zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu habe sich das autonome Kurdengebiet als politisch und ökonomisch stabil erwiesen, argumentierte Wellmann.


Kommentieren