Von großen und kleinen Schicksalen

Der Verein „k.u.k. Gebirgsartillerieregiment Kaiser Nr. 14 Dölsach“ stellte eine bewegende Schau über die Gemeindegeschichte von 1848 bis 1925 auf die Beine. Sie ist demnächst im Grabungshaus Aguntum zu sehen.

Mitglieder des Vereins beim Besuch des Heeresgeschichtlichen Museums Wien vor einem Werk von Albin Egger-Lienz.
© Verein KuK Gebirgsartillerieregi

Von Claudia Funder

Dölsach –Im Dezember 2008 wurde die „Traditionsbatterie des k.u.k. Gebirgsartillerieregiments Kaiser Nr. 14“ ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um einen ausschließlich männlichen Verein, der sich ganz dem Erhalt von Bewahrenswertem verschrieben hat. „Unser Ziel ist, die altösterreichische Militärtradition, speziell jene der Gebirgsartillerie, zu pflegen und die Geschichte aufzuarbeiten“, erklärt Obmann Edi Moser den Sinn der Vereinigung, die aktuell 14 aktive Mitglieder im Alter von 23 bis 49 Jahren zählt. Ihre Uniformen entsprechen dem Muster 1915.

Heuer wecken die Männer das Interesse an der Vergangenheit der Gemeinde Döls­ach mit einer besonderen Schau, die es „so bislang noch nicht gegeben hat“, ist sich Moser – von Beruf Schlosser und Schmied – sicher. Der Hobbyhistoriker und freiwillige Mitarbeiter haben sich intensiv der Sammlung und Sichtung von unzähligen Erinnerungsstücken und bemerkenswertem Fotomaterial gewidmet. Mit viel Neugierde und Fingerspitzengefühl machte sich die Truppe daran, die Vergangenheit und das Leben der Gemeinde Dölsach zur Zeit Kaiser Franz Josefs aufzuarbeiten.

Das Ergebnis ist ab 23. August im Grabungshaus von Aguntum unter dem Titel „Dölsach zwischen Revolution und Katastrophe“ zu sehen und umspannt die Zeit von 1848 bis 1925.

Die ausgestellten Exponate stammen – erzählt der Vereins­obmann – vorwiegend von privaten Leihgebern. Zu sehen sei historisch interessante Technik wie etwa die erste Feuerwehrspritze des Dorfes aus dem späten 19. Jahrhundert ebenso wie rares militärisches Gerät.

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Die Ausstellung im Grabungshaus wartet mit etlichen Zuckerln auf. Zu den Attraktionen zählen etwa historische Uniformen eines Leihgebers aus Wien, aber auch sehenswerte optische Geräte.

Besonders stolz ist man über die Aufarbeitung einer Fahrt ins Heilige Land. „Eine Pilgerreise nach Jerusalem, die im Jahr 1898 stattfand, wird genau beschrieben“, verrät Moser. „Auch neun Dölsacher waren mit dabei. Zu sehen sein wird etwa die Armbinde eines Dölsachers, die er damals trug“, zeigt sich der 44-Jährige stolz. Die Teilnehmer der Reise wurden damals durchnummeriert und trugen die Zahl an einem Stück Stoff auf dem Arm. Ein Ausstellungsstück ist auch die Pfeife eines Pilgerreisenden.

120 Exponate werden zu sehen sein, teilweise hinter Glas in Vitrinen. Sie geben Einblick in unterschiedlichste Bereiche, erzählen ganz alltägliche Geschichten aus dem Dorf- und Familienleben ebenso wie von Unglücken und Katastrophen. Rund 20 Schautafeln geben einen guten Einblick in die bewegte Vergangenheit des Ortes, deren Darstellung mit Sicherheit nicht nur Döls- acher anlocken wird.

Die Ausstellung wird am Samstag um 20 Uhr eröffnet – und zwar mit einem gehörigen „Tusch“: Die Musikkapelle, die Schützenkompanie und das k.u.k. Gebirgsartillerieregiment aus Dölsach werden aufmarschieren und das Tongemälde „Der Traum eines Österreichischen Reservisten“ von Carl Michael Ziehrer aufführen. Die Ausstellung ist bis 14. September von Freitag bis Sonntag jeweils von 17 bis 21 Uhr und nach Vereinbarung (04852-68160) geöffnet.


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