Das erste große Rennen mit einem Pitbull im Ohr

Noch macht sich bei Christina Nothdurfter, die einzige Tirolerin bei der Schwimm-EM in Berlin, keine Nervosität breit. Für den Fall der Fälle ist sie aber gerüstet.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Ein Knopf im Ohr soll helfen. Was Plüschtieren eine Marke gibt, nimmt der Osttirolerin Christina Nothdurfter die Nervosität. „Ich höre gerne Musik vor dem Start. Das gibt mir zusätzlichen Antrieb“, sagt die 20-Jährige. Vorausgesetzt der Ton stimmt. Und den trifft vor dem Start bei ihr am ehesten Rapper „Pitbull“. „Nur langsam darf es nicht sein“, schmunzelt Nothdurfter.

Ganz wird sich die Nervosität aber nicht ausschalten lassen. Immerhin steht am kommenden Samstag ihr erstes EM-Rennen in der allgemeinen Klasse an. Etwas Erfahrung habe sie zwar bereits bei den Junioren-Europameisterschaften 2009 und 2010 gesammelt, „aber das in Berlin ist ganz etwas anderes“. Mitten unter den ganz Großen der Szene zu sein, ihnen live vor Ort zuzusehen – bei Nothdurfter überwiegt die Vorfreude.

Zuletzt schwamm sich die in Graz lebende Gaimbergerin bei einem elftägigen Trainingslager in Rijeka (KRO) warm. Aufgrund der geringen Kilometer-Anzahl in der Vorwettkampfphase schon fast ein kleiner Urlaub. „Eine Bootstour ging sich aus. Das war echt toll“, sagt Nothdurfter, die sonst keinen Motor im Wasser braucht. Nur 14 Züge wird sie in etwa bei ihrem EM-Rennen über 50 m Brust machen. Bei lockeren Einheiten im Training sind es gerade mal 8 oder 9 auf der Langbahn. „Die besten Männer brauchen nur 3 bis 4 Tempi“, beschreibt die Sport- und Psychologiestudentin. Das Ziel für ihren EM-Auftritt ist aber ein anderes.

Ob sie es bei ihrer Premiere in Berlin so wie die Tiroler Leichtathletin Kira Grünberg bei der ihren in Zürich machen will, ins Finale einzuziehen also? „Cool, aber meine Erwartungen sind da geringer“, sagt Nothdurfter und hofft auf eine neue Bestzeit, schneller als 32,53 Sekunden.

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Noch sind die Taschen nicht gepackt. Erst am Mittwoch startet sie in ihr EM-Abenteuer. Fix mit dabei sind allerdings ein paar südafrikanische Geldscheine mit Autogrammen unter anderem von Cameron van der Burgh, Olympiasieger über 100 m Brust in London – ein wirklich wertvoller Glücksbringer.


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