Der Anspruch geht übers Siegen hinaus

Auch die Tabellenführung samt drei Siegen und null Gegentoren stellt die Reichenau nicht zufrieden.

Von Tobias Waidhofer

Insnbruck –Eigentlich könnten sie sich in der Reichenau derzeit gegenseitig die Schultern wund klopfen: Die Angreifer den Abwehrspielern, weil hinten auch nach drei Spielen die Null steht. Und die sportliche Leitung dem Trainer, weil das Team von Flo Schwarz kontinuierlich und relativ ungefährdet Siege einfährt. Dem 5:0 gegen Hall und dem 2:0 gegen den SVI ließ der Tabellenführer gestern einen 2:0-Sieg gegen Kundl folgen. Einer im Reichenauer Lager drückt aber mit voller Kraft aufs Bremspedal: der Sportliche Leiter Helmut Hupfauf.

„Ich bin ein bisschen enttäuscht. Das war heute unsere schwächste Saisonleistung“, meinte Hupfauf nach dem 2:0 gegen Kundl. Zwar würden die Ergebnisse (noch) für die Reichenau sprechen, die fußballerischen Darbietungen lassen bei Hupfauf aber die Alarmglocken schrillen. „Ich habe andere Ansprüche an die Mannschaft. Wir müssen gegen Teams wie Kundl das Spiel bestimmen, das hat mir gefehlt.“ Schon unter der Woche gegen den SVI (2:0) hatte Hupfauf ein „spielerisch schwaches Spiel“ bekrittelt.

Der Einzige, dem Hupfauf aktuell Normalform attestiert, ist Alex Mader. Und damit jenem Mann, der sich als Abwehrchef hauptverantwortlich für die weiße Gegentor-Weste zeichnet. Doch auch vorne ist der „Lange“ in aller Munde: Gegen Kundl brachte er die Reichenau in Führung – natürlich per Kopf. Sein dritter Saisontreffer bedeutet auch Platz eins in der Schützenliste. Und das als Verteidiger.

Den Siegesbann in der Saison 2014/15 brach gestern der SC Imst (1:0 gegen Aufsteiger Wattens II). Und das ohne ihren Cheftrainer. Der urlaubende Thomas Schatz wurde allerdings über den Kurznachrichtendienst „Whatsapp“ immer auf den neuesten Stand gebracht. „Der Lukas hat sie heute zum Sieg gecoacht“, streichelte Schatt seinem Ersatz Lukas Matt lobend übers Haupt. Schon im vergangenen Jahr war Matt gegen Zirl, Mötz/Silz und Arzl (Cup) für Schatz eingesprungen – und ungeschlagen geblieben. „Jetzt muss sich der Thommy schön langsam nach der Decke strecken“, grinst Matt.


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