Jung und betreut wohnen statt Dornröschenschlaf

Die Pläne für betreutes Wohnen und Startwohnungen, Sozialsprengel, Rotes Kreuz, Heimatmuseum und Huangart-Stube in Ehrwald werden konkret.

Von Alexander Paschinger

Ehrwald –Einst lebte hier Clemens Krauss, Gründungs­dirigent der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker, der auch auf dem Ortsfriedhof begraben liegt. Doch in vielen Jahrzehnten fielen das Haus Erika und der Spinnhof, bekannt als „Kende-Areal“, das auch denkmalgeschützt ist, in einen Dornröschenschlaf. Nun soll dem gesamten Ensemble auch mit einem Zubau wieder Leben eingehaucht werden – und zwar ordentlich. Und das Ganze wird auch noch vom Präsidenten der Tiroler Architektenkammer, Hanno Vogl-Fernheim, geplant.

„Es gibt die Idee, ein möglichst großes und breit gefächertes Angebot zu schaffen“, erklärt der Ehrwalder Vize­bürgermeister Haldor Schenn­ach. Denn das Kende-Areal soll künftig Raum für zwölf betreute und damit barriere­freie Wohneinheiten, 20 günstige Startwohnungen für jung­e Leute, den Sozialsprengel mit einer Tagesbetreuung, vielleicht auch die Rotkreuz-Ortsstelle, auf jeden Fall aber dem Heimatmuseum und einer nutzbaren „Huangart-Stube“ im „Altbau“ Platz bieten.

Bis zum Herbst, also in den nächsten Wochen, soll ein gemeinnütziger Bauträger gefunden werden, der auf dem Grund der Gemeinde diese Pläne dann baldigst umsetzen kann.

„Ein Pflegeheim“, erläutert Schennach, „ist laut Pflege- und Strukturplan nur in Reutt­e möglich.“ Jedem Planungs­verband stehe es aber frei, betreute Wohneinheiten zu schaffen. Dafür hatte man in den vergangenen Monaten auch das Okay der anderen Gemeinden im Planungsverband eingeholt.

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„Das ganze Wohnprojekt richtet sich an Einheimische in unserer Region Zwischentoren“, so Schennach. Vor allem der Bereich des betreuten Wohnens sei „keine finanziell­e, sondern auch eine moralische Frage“. Durch den Standort im Ortskern können die Senioren möglichst lang aktiv am Dorfleben unmittelbar teilnehmen.


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