Vytautas Landsbergis: Litauischer Pianist als Freiheitsheld

Europa-weit/Riga (APA/dpa) - Für viele Menschen im Westen verbindet sich der Freiheitskampf vor 25 Jahren vor allem mit Vytautas Landsbergis...

Europa-weit/Riga (APA/dpa) - Für viele Menschen im Westen verbindet sich der Freiheitskampf vor 25 Jahren vor allem mit Vytautas Landsbergis. Mit der Unabhängigkeitserklärung Litauens vom 11. März 1990 hat der Mitbegründer der litauischen Freiheitsbewegung „Sajudis“ ein Stück europäische Geschichte geschrieben - das baltische Land war die erste Sowjetrepublik, die sich von Moskau lossagte.

Bis heute wird Landsbergis in seiner Heimat als Freiheitsheld verehrt. Der Pianist und Musik-Professor leitete damals die entscheidende Parlamentssitzung und wurde erstes Staatsoberhaupt im wieder unabhängigen Litauen. Zuvor hatte er mit „Sajudis“ die litauische Wahl zum UdSSR-Kongress der Volksdeputierten gewonnen.

Landsbergis hat stets konsequent zu seinen konservativen Idealen gestanden und häufig offen die antirussische Karte gespielt. Dafür musste er auch Kritik einstecken - die Ukraine-Krise hat zuletzt aber viele seiner Gegner verstummen lassen.

Wegen seiner intellektuellen Schärfe und rhetorischen Brillanz gilt Landsbergis als einer der einflussreichsten Politiker Litauens. Viele nennen ihn aber auch bis heute „Zerstörer der Kolchosen“ wegen des wirtschaftlichen Radikal-Umbruchs der Wendezeit.

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Der langjährige Vorsitzende der konservativen Vaterlandsunion war von 1996 bis 2000 Parlamentspräsident, scheiterte aber bei den Präsidentenwahlen. Nach Litauens erster Europawahl 2004 wechselte Landsbergis ins EU-Parlament. Auch dort galt er als Abgeordneter, der kein Blatt vor den Mund nimmt.


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