Ukraine-Krise - Mehr als vier Monate Rebellion im Osten

Kiew (APA/AFP) - Seit dem Beginn des Aufstands der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine Anfang April hat sich der Konflikt in dem...

Kiew (APA/AFP) - Seit dem Beginn des Aufstands der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine Anfang April hat sich der Konflikt in dem Land deutlich zugespitzt und zu einem schweren Zerwürfnis zwischen dem Westen und Russland geführt. Die wichtigsten Daten im Überblick:

6. April 2014

Zwei Wochen nach der Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel durch Russland besetzen prorussische Aktivisten in mehreren Städten der Ostukraine Verwaltungsgebäude, darunter in den Großstädten Donezk und Luhansk (Lugansk).

7. April

In Donezk rufen die prorussischen Milizen eine „unabhängige Republik“ aus.

13. April

Kiew verkündet einen „Anti-Terror“-Einsatz in der Ostukraine.

11. Mai

Bei Volksabstimmungen in den Regionen Donezk und Luhansk stimmt die Mehrheit der Teilnehmer für die Unabhängigkeit von Kiew. Die Referenden werden vom Westen und der Regierung in Kiew nicht anerkannt.

25. Mai

Bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl bleiben die meisten Wahllokale in der Ostukraine geschlossen. Der prowestliche Politiker Petro Poroschenko gewinnt die Wahl.

27. Juni

Poroschenko unterzeichnet ein Assoziierungsabkommen mit der EU, welches die Ukraine endgültig aus Russlands Einflussbereich löst.

5. Juli

Aufständische geben angesichts des Vormarschs der Armee ihre Hochburg Slawjansk auf.

16. Juli

Die USA und die EU verschärfen ihre Sanktionen gegen Russland, dem die Destabilisierung der Ostukraine vorgeworfen wird.

17. Juli

Ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord wird auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über dem ostukrainischem Rebellengebiet abgeschossen.

21. Juli

Offensive der ukrainischen Armee und schwere Kämpfe um die Städte Donezk und Luhansk.

29. Juli

Die EU und die USA erweitern ihre Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland.

5. August

Poroschenko verkündet, dass die Regierungstruppen binnen zwei Monaten drei Viertel des Rebellengebietes zurückerobert haben.

7. August

Erstmals ist das Zentrum von Donezk unter schwerem Beschuss. Russland verhängt Sanktionen gegen die EU, die USA und andere westliche Staaten. Die meisten Lebensmittelimporte aus diesen Ländern werden verboten.

11. August

Die ukrainische Armee teilt mit, sie habe die Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk nahezu vollständig umstellt und die Verbindungsstraßen zwischen den beiden Städten abgeschnitten.

14. August

Die Innenstadt von Donezk liegt unter schwerem Mörserbeschuss. Die ukrainische Armee schneidet Luhansk von der russischen Grenze ab.

15. August

Kiew verkündet einen Angriff auf einen russischen Militärkonvoi aus gepanzerten Fahrzeugen, der die Grenze zur Ostukraine überquert habe. Die meisten der Fahrzeuge seien zerstört worden. Russland dementiert die Existenz eines solchen Konvois.

Unterdessen warten 30 Kilometer vor der Grenze zur Ukraine 280 russische Lastwagen auf eine Genehmigung zum Grenzübertritt. Nach Angaben aus Moskau befinden sich in den Lkw 1.800 Tonnen Hilfsgüter für die notleidende Bevölkerung in den umkämpften Rebellenhochburgen.

16. August

Moskau und Kiew erzielen eine Einigung über die Inspektion des Hilfskonvois, der weiter auf die Erlaubnis zum Grenzübertritt wartet.

17. August

Erneut soll ein russischer Militärkonvoi die Grenze zur Ukraine überquert haben. Die ukrainische Armee erobert nach eigenen Angaben eine Polizeiwache in Luhansk von den Rebellen zurück.

Am Abend wollen Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius mit ihren Kollegen aus der Ukraine und Russland, Pawlo Klimkin und Sergej Lawrow, in Berlin über den Konflikt beraten.


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