Der große Blonde ist 80: Film-Tollpatsch und Winzer Pierre Richard

Paris (APA/dpa) - Zottelige graue Haare, Jeans, Halskette und sehr lässig: Wenn Pierre Richard sagt, dass er sich nicht so alt fühlt, wie er...

Paris (APA/dpa) - Zottelige graue Haare, Jeans, Halskette und sehr lässig: Wenn Pierre Richard sagt, dass er sich nicht so alt fühlt, wie er wird, glaubt man das dem „großen Blonden“ aufs Wort, nicht nur wegen des Aussehens. Er habe den Eindruck noch immer ein Jugendlicher zu sein, sagte der Komiker im französischen Sender „Europe 1“ vor wenigen Wochen. Am Samstag (16. August) wurde der Schauspieler 80 Jahre alt.

Anlass seines TV-Auftritts war seine One-Man-Show in der legendären Pariser Music Hall Olympia, mit der er seinen Geburtstag vorfeierte. „Der Freitag der 13. von Pierre Richard“ hieß seine Schau. Gespielt und erzählt hat er die wichtigsten Momente seines Lebens - mit viel Witz und Humor. Der Titel war ein Wink mit dem Zaunpfahl, denn Richard hat vor allem als Film-Tollpatsch und sympathischer Unglücksvogel seine Karriere bestritten.

In seiner Erinnerung seien ihm die Ohrfeigen geblieben, die er vor der Kamera hat einstecken müssen, erzählte er in dem TV-Interview schmunzelnd. Und davon gab es viele: als zerstreuter Geiger, der ungewollt ins Visier der Geheimdienste geraten ist, als langer Blonder mit den roten Haaren oder als Blonder mit den blauen Augen. Vor allem Gerard Depardieu habe eine kräftige Hand gehabt, gestand er weiter. Mit dem Obelix-Star hat Richard mehrere Filme gedreht, darunter „Ein Tollpatsch kommt selten allein“ und „Zwei irre Spaßvögel“.

Zerstreut, harmlos, sympathisch und mitleiderregend: Das komödiantische Talent gilt als unumstrittener Nachfolger von Louis de Funes und als Buster Keaton a la française, auch wenn er in den letzten Jahren versuchte, von seinem Tollpatsch-Image loszukommen. Er spielte in Tragikomödien wie „Die Rezepte eines verliebten Kochs“ und „Das Findelkind“. Allein in den vergangenen drei Jahren stand er in vier Filmen vor der Kamera. Mit „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ war er 2011 auch hierzulande erfolgreich.

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Neugierig bleiben, auch wenn man hin und wieder ins Fettnäpfchen tritt, lautet seine Devise. „Solange man Projekte hat, bleibt man jung“, pflegt er zu sagen. Dementsprechend umtriebig ist sein Leben. So besitzt er in Paris ein Restaurant für Spezialitäten der marokkanischen Küche, ist seit 1986 Winzer in Südfrankreich und hat vor knapp zwei Jahren einen Weinkeller in Paris eröffnet. Der Name: Le P‘tit comptoir du Grand Blond - Die kleine Theke des großen Blonden.


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