IAEA-Chef fordert „konstruktivere Haltung“ des Irans

Yukiya Amano ist zu Gesprächen über das Atomprogramm nach Teheran gereist.

Teheran – Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, ist am Sonntag mit der iranischen Führung zu Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm des Landes zusammengekommen. Während Außenminister Javad Zarif nach dem Treffen in Teheran die Kooperationsbereitschaft seiner Regierung bekräftigte, forderte Amano eine „konstruktivere“ Haltung des Irans.

Bei seinem Treffen mit Präsident Hassan Rohani sagte der IAEA-Chef laut iranischem Fernsehen, er hoffe auf eine „konstruktivere Haltung“ des Irans. „Das Ziel der Agentur ist es, Schritt für Schritt voranzukommen, um die offenen Fragen zu klären und zu verhindern, dass sich der Prozess in die Länge zieht.“ Rohani versicherte, sein Land strebe nicht nach „Massenvernichtungswaffen“.

Zum Auftakt seines eintägigen Besuchs war Amano mit dem iranischen Außenminister Zarif zusammengekommen. Auch ein Treffen mit dem Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, stand auf dem Programm. Zarif bekräftige laut der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA den Willen Teherans „zur Zusammenarbeit mit der IAEA“.

Am 25. August verstreicht eine Frist, innerhalb derer der Iran der IAEA heikle Fragen zur angeblichen Entwicklung von Atomwaffen beantworten soll. Teheran hat diesen Vorwurf des Westens und Israels stets bestritten und betont, seine Atomtechnologie diene ausschließlich zivilen Zwecken.

Die sogenannte 5+1-Gruppe aus den ständigen Mitgliedern im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland ringen seit Monaten mit der iranischen Regierung um ein Abkommen, mit dem der seit Jahren dauernde Streit um das iranische Atomprogramm beigelegt werden soll.

Im Juli hatten der Iran und die 5+1-Gruppe vereinbart, ihre Gespräche um weitere vier Monate bis zum 24. November fortzusetzen - dem ersten Jahrestag der Unterzeichnung eines Übergangsabkommens. Dieses sieht vor, dass Teheran seine Urananreicherung reduziert, höher angereichertes Uran umwandelt, verschärfte Kontrollen zulässt und den Bau des Schwerwasserreaktors von Arak ruhen lässt. Im Gegenzug lockerten die EU und die USA bestimmte Strafmaßnahmen gegen den Iran. (APA/AFP)


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