Genossen-Frust und Kuenz-Kritik an Köll

Mit seiner Natura-2000-Kritik, dass man bis jetzt keine einzige Plandarstellung vom Land erhalten habe, dürfte der Bürgermeister von Matrei ...

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Mit seiner Natura-2000-Kritik, dass man bis jetzt keine einzige Plandarstellung vom Land erhalten habe, dürfte der Bürgermeister von Matrei in Osttirol und ÖVP-Bundesrat Andreas Köll den Bogen überspannt haben. Jetzt gehen seine Osttiroler VP-Parteifreunde langsam auf Distanz. „Das geht jetzt weit, denn es stimmt einfach nicht“, betont der stellvertretende VP-Klubchef LA Hermann Kuenz. Ziel müsse nach wie vor die Information und ein Kompromiss sein. „Es ist nicht hilfreich, auf das Land zu schimpfen.“

Die Landesregierung hat sich am Freitag erneut mit der Ausweisung der Natura-2000-Schutzgebiete an den Osttiroler Gebirgsflüssen wie der Isel beschäftigt. Für Umweltreferentin Ingrid Felipe (Grüne) ändert sich nichts. „Geht es nach mir, wird die Nominierung am 30. September erfolgen.“ Auch LH Günther Platter (VP) und LHStv. Josef Geisler (VP) sollen wegen der jüngsten Köll-Kritik nicht gerade begeistert sein.

Die Begeisterung über die geplante Rochade im SPÖ-Regierungsteam hält sich auch bei den Genossen in Tirol mehr als in Grenzen. Vor allem die Nachbesetzung im Verkehrsministerium mit dem aktuellen Gesundheitsminister Alois Stöger, der Doris Bures beerben soll, wird mehr als kritisch gesehen. Angesichts der zentralen Bedeutung der Verkehrspolitik in Tirol auf der Straße (Transit) und der Schiene (Brennerbasistunnel) hätte man sich einen Verkehrs- und keinen Gesundheitsexperten als Bures-Nachfolger gewünscht, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Einmal mehr wird darüber gemurrt, dass in personellen Fragen die Tiroler SPÖ kaum ein Gewicht in Wien habe. Bei einer 13-Prozent-Partei dürfte das allerdings nicht überraschen.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (VP) lassen die Personalrochaden beim Koalitionspartner kalt. „Das ist Angelegenheit der SPÖ.“

Mit dem Seilbahnprojekt über die Kalkkögel befassen sich am Donnerstag gemeinsam die blauen Bezirksleitungen von Innsbruck Stadt und Land. Dabei soll die Position der FPÖ für den Zusammenschluss der Skigebiete Axamer Lizum und Schlick ausgelotet werden. Die FPÖ forderte zuletzt, dass endlich alle Fakten auf den Tisch gelegt werden.

Hinter den Kulissen versuchen die Projektbetreiber einmal mehr zarte Bande zu den Stubaier Gletscherbahnen zu knüpfen, um die Seilbahnfamilie Klier vom Einstieg in den Brückenschlag zu überzeugen. (pn)


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