Farah kürt sich über 5000 Meter zum Doublegewinner

Der Österreicher Brenton Rowe landet an seinem 27. Geburtstag auf dem 13. Platz über die 5000 Meter.

Zürich – Mahiedine Mekhissi-Benabbad hat am Sonntag zum Ausklang der Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich im Finale über 1.500 m nicht mehr nackte Haut gezeigt als erlaubt und nach seinem Sieglauf dafür die Goldmedaille bekommen. Der Franzose, über 3.000 m Hindernis wegen Leiberlausziehens disqualifiziert, wurde bejubelt und ausgebuht zugleich. Erfolgreichste Nation der EM war Großbritannien.

Der böse Bub der französischen Equipe polarisiert. Abermals ließ Mekhissi-Benabbad die Gegner wissen, was er von sich selbst hält, überquerte selbstverherrlichend oder Gegner verhöhnend nach 3:45,60 Min. die Ziellinie als Erster vor dem norwegischen Titelverteidiger Henrik Ingebrigtsen (3:46,10) und dem Briten Chris O‘Hare (3:46,18). „Meine einzige mögliche Reaktion auf die Disqualifikation war, auf die Bahn zurückzukehren und den Titel zu holen. Ich habe wie ein Champion reagiert“, sagte Mekhissi-Benabbad, der „mit der Wut im Bauch“ lief.

Farah holt sich das Double

Mohamed „Mo“ Farah krönte sich zum Doublegewinner dieser Kontinentaltitelkämpfen, es war sein viertes großes Double der Karriere. Der Brite gewann nach den 10.000 auch die 5.000 m, er setzte sich in 14:05,82 Minuten vor Hayle Ibrahimow aus Aserbaidschan (14:08,32) und Andy Vernon aus Großbritannien (14:09,48) durch. Der Österreicher Brenton Rowe wurde an seinem 27. Geburtstag 13. (14:16,46) und blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Eine große Überraschung gab es über 3.000 m Hindernis der Frauen, die Deutsche Antje Möldner-Schmidt siegte in 9:29,43 Minuten vor der Schwedin Charlotta Fougberg (9:30,16) und der Spanierin Diana Martin (9:30,70). Die Staffeltitel gingen an die Frauen aus Großbritannien (4 x 100 m) und Frankreich (4 x 400 m) sowie die Männer aus Großbritannien/Nordirland über beide Distanzen.

Dramatisches Staffel-Finale

Dramatisch verlief das 4x100-m-Rennen bei den Frauen. Der Schweizer Publikumsliebling Mujinga Kambundji, Finalistin in den Einzelrennen über beide Sprintdistanzen, ließ als Startläuferin nach den ersten Schritten den Stab fallen und brach unter dem Aufschrei des Publikums wie ihre Teamkollegeinnen in Tränen aus. Sprint-Double-Gewinnerin Dafne Schippers patzte ebenfalls bei der Übergabe, womit die Chance auf ihre dritte Medaille in Zürich dahin war

Jahresweltbestleistung markierte die Hochspringerin Ruth Beitia, die Spanierin verteidigte mit 2,01 m ihren Titel erfolgreich, auf die nächsten Plätze kamen Maria Kutschina (RUS/1,99) und Ana Simic (CRO/1,99). Die Deutsche Kugelstoßerin Christina Schwanitz heimste mit 19,90 m EM-Gold ein, die Vize-Weltmeisterin verwies Jewgenia Kolodko (RUS/19,39) und Anita Marton (HUN/19,04) auf die weiteren Plätze.

Medaillenwertung an Großbritannien

Bei den Männern ging der Weitsprung mit 8,29 m an den Briten Greg Rutherford, der sich vor Louis Tsatoumas (GRE/8,15) und Kafetien Gomis (FRA/8,14) durchsetzte. Im Speerwurf gab es zwei Medaillen für Finnland, Europameister Antti Ruuskanen (88,01 m) und Bronzemedaillengewinner Tero Pitkämäki (84,40) nahmen den silbernen Tschechen Vitezslav Vesely in die Mitte (84,79).

Die Medaillenwertung nach 47 Entscheidungen gewann Großbritannien mit 12 Gold, 5 Silber und 6 Bronze vor Frankreich (9/8/6) und Deutschland (4/1/3). Es wurden ein Weltrekord über 50 km Gehen aufgestellt sowie sieben Jahresweltbestleistungen markiert. 148.432 Zuschauer waren an den sechs Wettkampftagen in Stadion gekommen. Der Besuch bei den Abendsessions lag gesamt bei 81 Prozent, damit wurden die Ausverkauft-Erwartungen nicht erfüllt.

Leichtathletik-EM in Zürich, Finalentscheidungen

Frauen - 3.000 m Hindernis:

1. Antje Möldner-Schmidt (GER) 9:29,43 Min. - 2. Charlotta Fougberg (SWE) 9:30,16 - 3. Diana Martin (ESP) 9:30,70

Hochsprung:

1. Ruth Beitia (ESP) 2,01 m (JWBL) - 2. Marija Kutschina (RUS) 1,99 - 3. Ana Simic (CRO) 1,99

Frauen - 4 x 100 m:

1. Großbritannien (Asha Philip, Ashleigh Nelson, Jodie Williams, Desiree Henry) 42,24 Sek. - 2. Frankreich 42,45 - 3. Russland 43,22

Männer - 5.000 m:

1. Mohamed „Mo“ Farah (GBR) 14:05,82 Min. - 2. Hayle Ibrahimov (AZE) 14:08,32 - 3. Andy Vernon (GBR) 14:09,48. Weiter: 13. Brenton Rowe (AUT) 14:16,46

Speerwurf:

1. Antti Ruuskanen (FIN) 88,01 m - 2. Vitezslav Vesely (CZE) 84,79 - 3. Tero Pitkämäki (FIN) 84,40

Weitsprung:

1. Greg Rutherford (GBR) 8,29 m - 2. Louis Tsatoumas (GRE) 8,15 - 3. Kafetien Gomis (FRA) 8,14

Männer - 4 x 100 m:

1. Großbritannien (James Ellington, Harry Aikines-Aryeetey, Richard Kilty, Adam Gemili) 37,93 Sek. - 2. Deutschland 38,09 - 3. Frankreich 38,47


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