Wiener Ausstellung zeigt Rückeroberungszug der Natur

Wien/Berlin (APA) - Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört: Das thematisieren Die Wiener Fotografin Sophie Tiller und die Berliner Grafi...

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Wien/Berlin (APA) - Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört: Das thematisieren Die Wiener Fotografin Sophie Tiller und die Berliner Grafikerin Susanne Piotter in ihrer Ausstellung „>besiedlung 2“. Nach Berlin sind die Siebdrucke und Fotografien von 3. bis 14. Oktober in der Wiener Galerie Benedict zu sehen.

Im Zuge einer Kubareise 2013 fing Tiller mit ihrer Kamera unterschiedliche Orte ein, die weitestgehend von Menschen verlassen waren und in denen Natur und Tier einen Rückeroberungszug feierten. Die Schauplätze - eine leer stehende Wohnhauseinlage und ein ehemaliges Kurhotel - waren von den Spuren von Pflanzen und tierischer Besiedelung geprägt, die sie auf den Fotos festhielt.

Auch in ihrem Langzeitprojekt „Der Parasit“, das sie 2008 ins Leben rief, beschäftigte sich die 1978 geborene Wienerin mit dem Zwiespalt aus von Menschenhand Geschaffenem und der Natur. Dabei setzte Tiller Kapuzinerkresse- und Flugsamen in mit Erde, Wasser und Löchern präparierte Naturkundebücher, überließ der Natur ihren Lauf und präsentierte die Ergebnisse auf Fotos.

Piotter arbeitet ebenso ausgehend von Fotografien, bearbeitet diese aber. Sie entfernt überflüssige und störende Bereiche und Details, bis sie die gewünschte verlassene Atmosphäre erhält. Diese Bilder fungieren als Hintergrund für räumliche Arrangements, die Schicht für Schicht im Siebdruck entstehen und somit Verfall und Dekonstruktion gegenüber stellen. Das Ergebnis sind „inszenierte Momentaufnahmen vor der Kulisse verlassener Stadträume und kultivierter Landschaften“, wie es auf der Homepage der Künstlerin heißt.

Im Rahmen der vom österreichischen Non-Profit-Verein Metropolitain Art Club organisierten Ausstellung ist der Autor und Schauspieler Raoul Biltgen zu einer Lesung geladen. Am 7. Oktober wird der Luxemburger eigene Texte vorstellen und aus dem Stück „Rembrandt B12“ lesen, das auf dem Werk „Musee Haut - Musee Bas“ des französischen Dramatikers Jean Michel Ribes basiert. Auch darin geht es um den Zusammenprall von Kunst und Natur und um die Frage, was passiert, wenn sich die Natur ihr Territorium zurückerobert.

(S E R V I C E - „>besiedlung 2“, Galerie Benedict, Sonnenfelsgasse 13, 1010 Wien, 3. bis 14. Oktober, Mo-Fr, 13 bis 18 Uhr; Am 8. Oktober gibt es ab 19 Uhr „Art Talk(s)“ mit den Künstlerinnen. www.galerie-benedict.com)


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