Anästhesist im Fall Nadina in Tirol vor Gericht

Innsbruck (APA) - Im Fall eines nach einer Leistenoperation an der Innsbrucker Klinik im Jahr 2008 schwerstbehinderten Mädchens hat sich am ...

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Innsbruck (APA) - Im Fall eines nach einer Leistenoperation an der Innsbrucker Klinik im Jahr 2008 schwerstbehinderten Mädchens hat sich am Montag am Landesgericht Innsbruck ein 56-jähriger Anästhesist verantworten müssen. Verteidiger Albert Heiss bezeichnete in seinem Eröffnungsplädoyer die Situation der Familie als „Supergau“. „Ich möchte aber trotzdem die Unschuldsvermutung in Erinnerung rufen“, fügte er hinzu.

Auch Staatsanwältin Erika Wander nahm Bezug auf die Situation der Familie. „Ein Kind in diesem Zustand zu pflegen, ist eine immense Herausforderung“, sagte Wander. Das Mädchen brauche Tag und Nacht Pflege, habe Krampfanfälle und komme in seiner Entwicklung einfach nicht weiter. „Die Eltern brauchen finanzielle Unterstützung und man hat sie hier zuerst gegen eine Wand rennen lassen“, kritisierte die Staatsanwältin.

Die Anklage wirft dem 56-Jährigen fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vor. Die kleine Nadina war am 4. Jänner 2008 im Alter von sechs Wochen am Landeskrankenhaus Innsbruck operiert worden. Bei der Behandlung kam es zu Komplikationen, die einen massiven Gehirnschaden des Kindes zur Folge hatten.

Der Prozess ist auf drei Tage anberaumt. Ein Urteil wurde für Mittwoch erwartet.

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