Neues Studienjahr: Änderungen bei Studienbeihilfe und ÖH-Wahl

Im anlaufenden Studienjahr gibt es unter anderem eine Anhebung bei der Zuverdienstgrenze. Die ÖH bereitet sich auf die bevorstehende Wahl vor und auch Privatuni-Studenten sind nun ÖH-Mitglieder.

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(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Wien – Am 1. Oktober starten wieder Tausende Studierende in ganz Österreich in ein neues Studienjahr. Dieses bringt für unter anderem Änderungen bei der Studienbeihilfe sowie Neuregelungen bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) im Jahr 2015. Noch im Herbst könnten zudem Vorentscheidungen über neue Studienplatzbeschränkungen fallen.

Das Maximaleinkommen, das parallel zur Studienbeihilfe bezogen werden darf, wird von 8000 auf 10.000 Euro jährlich angehoben. Weitere Adaptierungen bei der Studienförderung betreffen Studenten mit Kind: Der Zuschlag pro zu betreuendem Kind wird von monatlich sechzig auf einhundert Euro und die Altersgrenze für den Stipendienbezug auf 35 Jahre bei Studienbeginn angehoben.

Bei Studenten mit Geschwistern erhöht sich durch eine Anhebung der Absetzbeträge ebenfalls die Studienbeihilfe, die Einkommensgrenze für Ehepartner steigt von 3700 auf 8400 Euro pro Jahr. Außerdem soll die Förderung von Auslandsaufenthalten bereits ab einem statt ab drei Monaten möglich sein.

Studienbeihilfe nicht reduziert

Eine weitere Neuregelung sorgt dafür, dass die Studienbeihilfe nicht reduziert wird: Durch die seit Juli geltende Erhöhung der Familienbeihilfe wäre die Studienförderung automatisch gekürzt worden, da die Familienbeihilfe von der Studienbeihilfe abgezogen wird. Diese Reduktion wird nun ausgeschlossen.

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ÖH ermöglicht Briefwahl

Neuerungen gibt es auch bei der Ende Mai oder Anfang Juni 2015 stattfindenden ÖH-Wahl: Neben den Studenten an den Unis dürfen auch jene an den Fachhochschulen (FH), Pädagogischen Hochschulen (PH), Privatunis und der Donau-Uni Krems (DUK) mitwählen. Außerdem wird die Bundesvertretung, das österreichweite Studentenparlament, wieder direkt gewählt und nicht über Entsendungen aus Uni-, FH- bzw. PH-Vertretungen bestimmt. Darüber hinaus wird die Briefwahl eingeführt, und auch Studenten aus Drittstaaten sind passiv wahlberechtigt. Die Zahl der Mandate in der derzeit einhundert Personen umfassenden Bundesvertretung wird auf 55 gesenkt.

Besserer Versicherungsschutz

Bereits ab dem Beginn des Studienjahrs sind außerdem die Privatuni-Studenten Mitglieder der Hochschülerschaft. Für alle ÖH-Mitglieder hat die Studentenvertretung außerdem eine neue Versicherung abgeschlossen: Der Unfall- und Haftpflichtversicherungsschutz gilt nun auch während freiwilliger Praktika, die Studierende der Medizin oder Pharmazie im Rahmen ihrer Ausbildung ableisten, Pflichtpraktikas der Medizinstudenten und sonstiger klinischer Praktika wie etwa dem neuen Klinisch-Praktischen Jahr im Medizinstudium.

Außerdem kann ab einem Krankenhausaufenthalt von mindestens drei Wochen der halbe Studienbeitrag an die versicherte Person rückerstattet werden. Im Wintersemester beträgt der Versicherungsbeitrag wie bisher fünfzig Cent, ab dem Sommersemester siebzig Cent.

Prototyp für einen Universitätsentwicklungsplan

Auch auf politischer Ebene tut sich in diesem Studienjahr einiges: So steht etwa eine Evaluierung vieler Studienplatzbeschränkungen auf dem Plan – jene für die Studienfelder Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaft laufen Ende 2015 aus. Bereits im heurigen Herbst will Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) außerdem den „Prototyp“ eines Universitätsentwicklungsplans vorlegen. In einem solchen könnten weitere Studienrichtungen aufgeführt werden, für die Platzbeschränkungen möglich sind.

Änderungen bei Uni-Gremien möglich

Angekündigt ist außerdem eine Novelle des Universitätsgesetzes (UG). Darin sollen zwar primär redaktionelle Anpassungen vorgenommen werden – Mitterlehner deutete zuletzt aber auch mögliche organisatorische Änderungen beim Kompetenzgefüge der Uni-Gremien Senat, Uni-Rat, Rektorat an. Und schließlich verhandeln die Unis im kommenden Studienjahr mit den Leistungsvereinbarungen ihre Budgets für die Jahre 2016 bis 2018. (APA)


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