Hotel-Post-Käufer holen „Familiensilber“ zurück

Die Sterzinger-Cousins verbreiten mit dem Erwerb des Posthotels Aufbruchstimmung. Der wieder eröffnete Linserhof hatte Supersaison.

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Von Hubert Daum

Nassereith, Imst –Es ist ein leerstehendes Riesenhaus am Dorfplatz in Nassereith, das Hotel Post, das vor zwölf Jahren die Gastronomietüren schloss. Seither wird über das Schicksal spekuliert. Was Dorfleute und Touristiker lange hofften, ist nun Realität geworden: Die heimischen Cousins Martin und Hermann Sterzinger erwarben den Traditionsbetrieb vom bisherigen Eigentümer Herbert Schaber und versprechen, der Post wieder Leben einzuhauchen.

Die Käufer betreten damit allerdings Neuland: Martin ist Baumeister und Hermann Manager eines internationalen Unternehmens in München. Martin Sterzinger: „Der Kauf hat für uns auch einen emotionalen Aspekt: Die Post war lange Zeit im Besitz unserer Vorfahren.“ Tatsächlich existieren historische Quellen, die belegen, dass zumindest Anfang des 20. Jahrhunderts Kaspar Sterzinger seinen „Gasthof zur Post“ bewarb, unter anderem mit „Post- und Omnibusverbindungen in alle Richtungen“.

In alle Richtungen offen ist auch die Nutzung der neu erworbenen Immobilie, zumindest was den neueren Teil anbelangt. „Der alte, historische Teil rund um die alte, geschichtsträchtige Stube wird als Gastronomiebetrieb mit zirka 50 Betten wiedereröffnet“, lässt Sterzinger keinen Zweifel aufkommen, „für die neueren Zubauten westseitig haben wir uns noch nicht festgelegt. Wir könnten uns zum Beispiel die Verbindung Klettern, Sport und Jugend vorstellen.“ Die Bausubstanz sei noch sehr gut. „Das Dach ist dicht, im Haus ist keine Feuchtigkeit“, berichtet der seit zwei Jahren selbstständige Baumeister, der natürlich den aufwändigen Umbau selbst planen wird. Parallel dazu müsse auch der Postplatz neu gestaltet werden, Pläne dafür seien vorhanden.

Für den gastronomischen Teil gibt’s kompetente Hilfe familienintern: Gattin Gerti sammelte 30 Jahre lang im Gastgewerbe Know-how, das nun für die neue Aufgabe Goldes wert sein kann. Die Sterzingers hoffen jedenfalls nach den jüngsten Schließungen auf den „Umkehrschwung im Dorf“. Die Eröffnung ist für Dezember 2015 geplant.

Ebenfalls erfreut war die Bevölkerung in Imst, als im Mai der Linserhof von Andi Gasser und Kornelia Waltle übernommen wurde. Der Erfolg müsste den Sterzinger-Cousins Auftrieb geben. Waltle: „Wir sind mit der Saison super zufrieden. Gerade vorgestern hatten wir 100 Reservierungen von Einheimischen, wir sagen einfach danke.“


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