Sonntagsöffnung im Handel: Wiens Kaffeehäuser-Chef hat keine Bedenken

Wien (APA) - Der Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser in der Wiener Wirtschaftskammer, Berndt Querfeld, sieht eine mögliche Sonntagsöffnung im...

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Wien (APA) - Der Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser in der Wiener Wirtschaftskammer, Berndt Querfeld, sieht eine mögliche Sonntagsöffnung im Handel nicht als Bedrohung für die Gastronomie. Offene Geschäfte könnten auch mehr Kunden bringen, gab er am Montag in einer Pressekonferenz in Wien zu bedenken. Und er befand: Jeder, der aufsperren wolle, solle dies tun.

Seiner Ansicht nach würden dort, wo Shoppen auch am Sonntag erlaubt ist, mehr Menschen unterwegs sein: „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu.“ Das könne auch den Lokalen Gäste bringen. Er glaube nicht, dass weniger Schnitzel verkauft würden, sollten die Geschäfte offen haben dürfen. „Außerdem macht man eh was falsch, wenn man sich so vor Konkurrenz fürchtet“, so Querfeld.

Der Wirtschaftsbund-Vertreter und Gastronom - zu seinem Kaffeehaus-Imperium gehören etwa das Landtmann oder das Cafe Museum - verwies darauf, dass der Tourismus-Boom der vergangenen Jahre sich auch in seiner Branche positiv ausgewirkt habe. Er zeigte sich überzeugt, dass Touristen inzwischen auch gerne am Sonntag einkaufen. Sollten sie das in der Stadt nicht tun können, werde eben am Flughafen geshoppt.

Querfeld erinnerte daran, dass es in der Gastronomie schon lange eine Sonntagsöffnung gebe. Auch hier zeige sich: Für manche sei dies der beste Tag, andere hingegen würden am Sonntag nie aufsperren.

In Wien wird seit einigen Wochen über eine mögliche Sonntagsöffnung in einer Tourismuszone diskutiert. Anlass ist eine Erhebung der Wirtschaftskammer, wonach Mehrumsätze durch eine derartige Maßnahme möglich wären. Demnächst soll zu dem Thema eine Urabstimmung stattfinden, wobei die Teilnahme allen Branchen ermöglicht wird.

Nicht an einem Sonntag, sondern bereits am kommenden Mittwoch (1. Oktober), findet in den Wiener Kaffeehäusern der „Tag des Kaffees“ statt. Um 19.00 Uhr finden dabei in zahlreichen Betrieben Lesungen statt. Organisiert wird das Event in Zusammenarbeit mit dem Verein der in Wien ansässigen Kulturinstitute und Kulturabteilungen der Botschaften der EU-Länder. Das Programm steht im heurigen Weltkriegs-Gedenkjahr unter dem Motto „Krieg und Frieden“.


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