Tiroler Streitthema „Kalkkögel“: Bodenseer sieht Uneinigkeit in ÖVP

Innsbruck (APA) - Der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Bodenseer (ÖVP) sieht eine Uneinigkeit in der Volkspartei in der Frage der ...

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Innsbruck (APA) - Der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Bodenseer (ÖVP) sieht eine Uneinigkeit in der Volkspartei in der Frage der umstrittenen Skigebietserschließung über das Ruhegebiet „Kalkkögel“. Die von der Partei angestrebte Vorprüfung durch den Landtag sei darauf zurückzuführen, dass es „keine einheitliche Meinung in der ÖVP-Tirol“ gebe, sagte Bodenseer am Montag im Gespräch mit der APA.

Dabei habe sich die Partei per Vorstandsbeschluss einstimmig für den „Brückenschlag“ ausgesprochen, wunderte sich der Kammerpräsident, seines Zeichens auch ÖVP-Wirtschaftsbundobmann, am Rande einer Pressekonferenz zur Eröffnung des Um- und Neubaus der Wirtschaftskammergebäudes. Auf die Frage, ob er Landeshauptmann und Landesparteichef Günther Platter zu den Befürwortern der Skigebietserschließung zähle, meinte Bodenseer knapp: „Ich hoffe schon“.

Der ÖVP-Dringlichkeitsantrag, der diese Woche im Landtag eingebracht werden soll, werde sicher eine Mehrheit bekommen, sagte der WK-Chef, der in der vergangenen Woche in dem Antrag eine „Anleitung“ gesehen hatte, wie das Projekt „zuverlässig zu Fall gebracht“ werden könne. Einen Appell an die Wirtschaftsbund-Abgeordneten, dem Antrag nicht die Zustimmung zu erteilen, wollte Bodenseer indes nicht richten. „Erstens folgen sie mir nicht. Und zweitens muss der Klub zusammenstehen“, erklärte der WK-Präsident.

Sollte das Projekt doch - wie von ihm gewünscht - realisiert werden, sieht Bodenseer offenbar die schwarz-grüne Koalition in Gefahr. Dann würde es - nach Abschluss aller Verfahren - unter Umständen zum „Crash der Koalition“ kommen, vor allem aufgrund der grünen Basis. Aber dann wäre die Legislaturperiode ohnehin „fast vorbei“. Für den Fall eines „Nein“ zum Brückenschlag sah der WK-Chef Schwarz-Grün indes nicht in die Brüche gehen. Der hochrangige ÖVP-Politiker bemängelte aber die Führungsrolle der Schwarzen in der Landesregierung. Diese sei eine „Untergeordnete“, manchmal wedle der „Schwanz mit dem Hund“.

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Am Montag wurde außerdem der Um- und Neubau des Wirtschaftskammergebäudes in Innsbruck der Öffentlichkeit präsentiert. Die ursprünglich veranschlagten 12,4 Mio. Euro an Investitionen seien unterschritten worden, berichtete Bodenseer. Neu geschaffen wurden unter anderem Büros mit 86 Arbeitsplätzen, zehn Beratungs- und Besprechungszimmer sowie ein zentrales Servicecenter mit einer Kundenzone. Die Wirtschaftskammer habe ein „neues Gesicht bekommen“ und sei in Richtung Innenstadt geöffnet worden, erklärten die Verantwortlichen. Am Dienstag wird das Gebäude feierlich eröffnet.

~ WEB http://www.oevp.at ~ APA221 2014-09-29/12:01


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