„Die Jungen hauen den Hut drauf“

Diskussionsforum plädierte, über neue Modelle zur Hofnachfolge nachzudenken.

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Galtür –Bei der „Galtürer Almbegegnung“ am Vorabend der Almkäse-Olympiade hat sich eine Diskussionsrunde unter der Leitung von Markus Schermer (Forschungszen­trum Berglandwirtschaft der Uni Innsbruck) mit dem aktuellen Thema der Hofnachfolge befasst.

„Es ist wichtig, junge Leute mit städtischem, nichtlandwirtschaftlichem Hintergrund für die Landwirtschaft zu begeistern“, sagte die Agrar­wissenschafterin und Buchautorin Andrea Heistinge­r. „Früher war die Frage, wer bekommt den Hof. Heut­e heißt es, wer möchte den Hof.“ Sie plädierte, über neue Modell­e der Hofnachfolge nach­zudenken.

Ein neues Modell hat Hans Gahleitner aus dem Böhmerwald erfolgreich umgesetzt: „Ich habe zwar Geschwister, aber keine eigene Familie. Bei der außerfamiliären Nachfolge habe ich mit meinem Nachfolger zwei Jahre intensiv diskutiert und dann ein­e Entscheidung getroffen“, sagt­e der ehemalige Biolandwirt und Saatbauer. Wichtig sei es, rechtzeitig Entscheidungen anzustreben.

In Tirol sei es in den meisten Fällen möglich, Hofnachfolger aus den eigenen Familien zu finden, berichtete der Leiter der Bauernkammer Imst, Othmar Juen, aus der Praxis. Die Vorarlberger Pädagogin Brigit Seyr hat mit Gleichgesinnten begonnen, Kartoffeln und Gemüse zur Eigenversorgung anzubauen. Inzwischen bewirtschaften sie drei Hektar Grünland: „Aber unsere Vorhaben, einen eigenen Hof zu erwerben, hat sich als sehr schwierig erwiesen und war erfolglos.“

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Nicht nur in der Landwirtschaft, auch in anderen Branchen gebe es Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden. „Gefragt sind neue Modelle und Ideen, die uns in der Landwirtschaft weiterhelfen“, betonte Land­ecks Kammergeschäftsführer Andrä Neururer.

Ein Paznauner Bauer brachte die Probleme so auf den Punkt: „Die Jungen lassen sich die Schikanen mit den vielen Kontrollen und Bürokratie nicht mehr gefallen und hauen den Hut drauf.“ (psch)


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