Akten aus oö. Kinderschänder-Prozess im Web: Eineinhalb Jahre Haft

Wels/Gmunden (APA) - Vorerst eineinhalb Jahre Haft hat ein 68-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden ausgefasst, der nicht öffentliche Gerichtsakte...

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Wels/Gmunden (APA) - Vorerst eineinhalb Jahre Haft hat ein 68-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden ausgefasst, der nicht öffentliche Gerichtsakten aus einem Kinderschänder-Prozess ins Internet gestellt und große Mengen einschlägiger Bilder besessen haben soll. Das Landesgericht Wels fällte Donnerstagabend ein nicht rechtskräftiges Teilurteil, wie es der APA am Montag mitteilte.

Der Mann hatte vor mehr als 15 Jahren schon einmal wegen eines Kinderschänder-Rings mit dem Gericht zu tun gehabt. Der Prozess wurde damals weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Jahre später tauchten auf einmal Zeugenaussagen und Nacktfotos der damals minderjähriger Opfer im Internet auf. Einer von den Betroffenen eingeschalteten Wiener Rechtsanwaltskanzlei gelang es erst nach 13 Monaten, die Daten löschen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft lastet dem Angeklagten an, diese heiklen Files ins Netz gestellt zu haben. Er leugnete das. Das Gericht sprach ihn für den halben Umfang schuldig. Für die andere Hälfte wurde er freigesprochen, weil bei diesen Akten nicht erwiesen war, dass sie damals unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurden.

Der zweite Teil des Prozesses betraf rund 3.000 einschlägige Bilder, die bei einer Hausdurchsuchung auf den Computern des Mannes gefunden wurden. Hier wurde er für 100 Aufnahmen verurteilt, zu deren Besitz er sich schuldig bekannt habe, so das Gericht. Ob die restlichen noch weiter verhandelt werden, müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden.

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Der Angeklagte, der seit Mai in Untersuchungshaft saß, erbat sich nach der Urteilsverkündung Bedenkzeit. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Der Spruch ist damit vorerst nicht rechtskräftig.

(B I L D A V I S O - Ein Bild vom Prozessauftakt am 26. August ist im AOM abrufbar)


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