Schlag für Schlag nach Rio

Als olympische Sportart hat Taekwondo längst seinen Platz in der Tiroler Sportwelt gesichert. Nun soll von hier aus der Weg nach Rio 2016 gefunden werden – mit dem erfolgreichsten Ex-Sportler als Bundestrainer.

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Von Roman Stelzl

Innsbruck –Wenn alljährlich die Austrian Open nach Innsbruck locken, platzt die Tiwag-Arena mit fast 2000 Athleten aus allen Nähten. Bei der U 21-Europameisterschaft am Wochenende in der benachbarten Olympiahalle wirken die 310 gemeldeten Aktiven ein wenig verloren. Die große Halle ist abgeriegelt, die Vorschriften strenger.

Erstmals seit 28 Jahren sind Europas beste Taekwondo-Sportler wieder in Tirol. Genauer: seit der EM in Seefeld, als Taekwondo wie viele andere Sportarten asiatischer Herkunft (Taekwond­o stammt aus Korea und ist die älteste Kampfkunst Ost­asiens) zugleich einen anderen Kampf austragen musste. Jenen um Ansehen. Um Förderung. Um Akzeptanz.

Taekwondo hat diesen Kampf gewonnen. 2000 ging es in Sydney erstmals um olympische Medaillen. Heue­r fließen immerhin 370.000 Euro aus dem Bundessportförderungsfonds an den Verband. Die Judok­a kassieren von den rund 78 Millionen Euro 889.000, Öster­reichs Ski­verband 1,7 Millionen.

Es ist Geld, das vorrangig in die heimischen Talente fließen soll, die bei der U21-EM mit drei fünften Plätzen (Frankford, Biricz, Acikel) ihr Potenzial unter Beweis stellten. Die Heimat des Nachwuchses ist meistens Tirol. Zum einen, weil der Verband seinen Hauptsitz in Schwaz hat – zum anderen, weil die pro Bundesland mit Abstand meisten Vereine (34) hier sind.

Verständlich also, dass acht der elf EM-Starter aus Tirol stammten. Ebenso wie der mit zwei Vize-Europameistertiteln bisher erfolgreichste Österreiche­r, der großen Anteil am Bekanntheitsgrad hat: Manuel Mark. Der 28-jährig­e Kirchdorfer war einst 2012 selbst auf dem Weg zu Olympia, hatte damals fast alles für seinen Traum aufgegeben. Doch für Mark blieb es am Ende ein Wunsch, der Körper spielte nicht mehr mit, die Karriere wurde beendet. Das „Wollen“ sei noch da, versichert Mark, nur die Physis fehle. Und deshalb wurde Kopf- und Mundschutz an den Nagel gehängt – und die Laufbahn als Bundestrainer eingeschlagen.

„Ich wollte immer zu den Olympischen Spielen. Ich weiß, was man dafür geben muss. Das will ich weitergeben“, erzählt Mark.

Für seine jungen Tiroler rund um den YOG-Fünften Eduard Frankford Jr. oder Bianca Biric­z dürfte es laut Mark 2016 zu früh sein – drei ander­e trainieren indes im Olympiazentrum Innsbruck: Christoph Decker, 2012 knapp an der Olympia-Quali gescheitert, Christina Schönegger und Benjamin Reimei­r. Die Punktejagd für einen Platz in Rio hat begonnen, die Kämpf­e sind umso wichtiger. „Eines ist klar: Wir wolle­n 2016 zu den Olympischen Spielen“, stellt der Bundestrainer unmissverständlich klar.


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