Arzt gestalkt und mit Umbringen gedroht: Salzburger verurteilt

Salzburg (APA) - Ein sehbeeinträchtigter Salzburger soll im Vorjahr einem Augenarzt die Schuld für seinen Führerscheinentzug gegeben und ihn...

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Salzburg (APA) - Ein sehbeeinträchtigter Salzburger soll im Vorjahr einem Augenarzt die Schuld für seinen Führerscheinentzug gegeben und ihn per Handy beharrlich verfolgt und bedroht haben. „Sie werden wie ein Dreckschwein abgeschlachtet“, stand in einem SMS. Der 44-jährige, nicht geständige Angeklagte wurde am Montag bei einem fortgesetzten Prozess in Salzburg verurteilt.

Der Salzburger erhielt wegen gefährlicher Drohung und Diebstahls eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Vier Monate davon muss er im Gefängnis absitzen. Das Urteil von Strafrichter Philipp Grosser ist nicht rechtskräftig, weil der Beschuldigte volle Berufung angemeldet hat.

Bei dem Stalking-Opfer handelt es sich um einen hochrangigen Arzt einer Salzburger Klinik. Er erhielt von Februar bis Herbst 2013 mehrere SMS mit beängstigendem Inhalt: „Du Judensau, du Betrüger, dein Leben ist bald zu Ende“, „jetzt ist es so weit, meine Leute haben den Plan, Sie und Ihre Familie zu vernichten“ sowie „tick tick bumm“, war da etwa zu lesen. Laut Anklage verwies der Absender dabei auf den Bombenleger Franz Fuchs.

Der Angeklagte fühlte sich von den Ärzten eigenen Angaben zufolge ungerecht behandelt. Er leidet an einer Sehbehinderung, er soll auf einem Auge fast blind sein. Sein Berufswunsch, Taxifahrer zu werden, hat sich trotz bestandener Führerscheinprüfung bisher nicht erfüllt: Eine Taxibewilligung erhielt er nicht. Im Jahr 2011 lief gegen ihn ein Führerscheinentzugsverfahren, in dem der Augenarzt eine negative Stellungnahme abgegeben habe, erklärte der Beschuldigte. Bald darauf sei ihm der Führerschein entzogen worden, sagte der 44-Jährige. Die kleineren Diebstähle gestand der Angeklagte aber ein, er rechtfertigte diese mit seiner Kleptomanie.


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