Massengrab auf serbischem Polizeistützpunkt vermutet

Belgrad/Pristina (Prishtina) (APA) - Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen vermutet auf einem Polizeistützpunkt bei Be...

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Belgrad/Pristina (Prishtina) (APA) - Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen vermutet auf einem Polizeistützpunkt bei Belgrad ein weiteres Massengrab mit sterblichen Überresten von Kosovo-Albanern, wie sie am Montag mitteilte. In den Jahren 2001 und 2002 waren im Polizeistützpunkt in Batajnica bereits Massengräber mit Leichen von 900 Albanern gefunden worden.

Nun soll nach Ankündigung des Sonderstaatsanwaltes Vladimir Vukcevic der Schießplatz des Polizeistützpunkts durchsucht werden. Die Staatsanwaltschaft habe Indizien, dass sich dort ein weiteres Massengrab befinde, erläuterte Vukcevic gegenüber der staatlichen Presseagentur Tanjug.

Immer noch gelten 1.700 Personen nach dem Kosovo-Krieg (1998-99) als vermisst. Die meisten von ihnen sind Albaner. In einem Massengrab dicht an der Grenze zum Kosovo waren im Frühjahr etwa 40 Leichen der Kosovo-Albaner gefunden worden.

Im Kosovo-Krieg kämpften serbische Sicherheitskräfte gegen albanische Rebellen. Dabei wurden auch zahlreiche Kriegsverbrechen an Zivilisten verübt. Das Verteidigungsbündnis NATO erreichte mit mehrwöchigen Luftangriffen auf Serbien ein Ende der Kämpfe. Der Kosovo wurde zunächst unter UNO-Verwaltung gestellt, im Jahr 2008 erklärte er sich mit Unterstützung der westlichen Staaten, darunter Österreich, einseitig für unabhängig von Belgrad.


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