USA und Verbündete bombardieren weiter IS-Infrastruktur in Syrien

Damaskus/Ayn al-Arab (APA/dpa) - Bei neuen Luftangriffen in Syrien hat das internationale Militärbündnis wichtige Infrastruktur unter Kontro...

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Damaskus/Ayn al-Arab (APA/dpa) - Bei neuen Luftangriffen in Syrien hat das internationale Militärbündnis wichtige Infrastruktur unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bombardiert. Die USA und ihre arabischen Verbündeten attackierten unter anderem eine große Gasanlage in der Nähe der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur (Deir al-Zour), wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag berichtete.

US-Präsident Barack Obama räumte in einem CBS-Interview ein, dass die USA die Terrormiliz unterschätzt hätten. Zugleich sei die Fähigkeit des irakischen Militärs überschätzt worden, die Organisation zu stoppen, sagte er. Obama führte das Erstarken der Terrormiliz unter anderem auf das syrische Bürgerkriegschaos zurück, das der Gruppe Raum zum Wachsen gegeben habe. Zudem sei es der Sunnitenmiliz gelungen, ausländische Kämpfer aus verschiedenen Ländern in Syrien zu versammeln. „Und so wurde es Ground Zero für Jihadisten aus aller Welt.“

Die US-Armee hatte Anfang vergangener Woche ihre Angriffe auf die Extremisten vom Irak auf Syrien ausgedehnt. Fünf arabische Staaten unterstützen die USA dabei. Die Terrormiliz beherrscht in Syrien und im Irak riesige Gebiete und hat dort ein „Kalifat“ ausgerufen. Ziel der USA ist es, den Islamischen Staat in beiden Ländern zu zerstören.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter gilt die bombardierte Gasanlage am Rande des Ortes Khasham als die größte ihrer Art in Syrien. Sie versorge mehrere Kraftwerke im Land, die zahlreiche syrische Provinzen mit Strom beliefern. Demnach griff das Bündnis nahe des Ortes Manbij im Norden Syriens auch Getreidemühlen und Silos an. Es gebe Informationen über Opfer.

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Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Bündnis wiederholt Ölanlagen unter IS-Kontrolle bombardiert. Damit will es nach eigenen Angaben die wichtigste Einnahmequelle der Extremisten zerstören. Die Terrormiliz finanziert sich hauptsächlich mit dem Verkauf von Öl.

IS-Einheiten beschossen am Montag weiter die nordsyrische Stadt Ayn al-Arab (Kurdisch: Kobane), die bisher unter Kontrolle kurdischer Volksschutzeinheiten steht. Beim Einschlag von Granaten seien fünf Einwohner getötet oder verletzt worden, berichteten die Menschenrechtsbeobachter. Die Extremisten seien nur noch vier bis sieben Kilometer von dem Ort entfernt, sagte der Vorsitzende der selbst ernannten Regionalregierung des Gebiets, Anwar Muslim, der Nachrichtenagentur dpa am Montag am Telefon. Sie griffen Kobane aus allen Richtungen an.

Die Jihadisten versuchen seit Tagen, die Stadt einzunehmen. Vor mehr als einer Woche hatten sie Dutzende Dörfer im Umland unter ihre Kontrolle gebracht und eine Massenflucht Richtung Türkei ausgelöst. Die Orte liegen an der türkischen Grenze in einer Enklave, die bisher von den kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wurde.

Auf der türkischen Seite der Grenze schlug am Montag erneut mindestens eine Mörsergranate aus der umkämpften syrischen Region ein. Im Distrikt Suruc sei ein Geschoß etwa einen Kilometer von der syrischen Grenze entfernt auf freiem Feld detoniert, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Dabei sei niemand verletzt worden.

(Grafik 1158-14, Format 134 x 96 mm)


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