Entführte Deutsche auf Philippinen appellieren an deutsche Regierung

Manila/Berlin (APA/Reuters) - Zwei auf den Philippinen von Islamisten entführte Deutsche haben an die deutsche und die philippinische Regier...

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Manila/Berlin (APA/Reuters) - Zwei auf den Philippinen von Islamisten entführte Deutsche haben an die deutsche und die philippinische Regierung appelliert, alles für ihre Freilassung zu tun. „Ich hoffe, dass meine Regierung alles in ihrer Macht stehende tut, um mich freizubekommen“, sagte ein Mann, der sich als Arzt bezeichnete, am Montag einem Rundfunksender in Zamboanga City.

Sein Gesundheitszustand bereite ihm Sorge, fügte der Mann hinzu. Die weibliche Geisel bat auch die philippinische Regierung, sich für ihre Freilassung einzusetzen. Das Leben im Dschungel sei sehr gefährlich und schwierig. „Die Lage hier ist sehr, sehr stressig“, sagte die Frau. Die philippinische Polizei stufte die Rundfunk-Botschaft als authentisch ein.

Die beiden Deutschen, ein über 70-jähriger Mann und eine Frau Mitte 50, wurden Presseberichten zufolge im April von der Al-Kaida nahestehenden Gruppe Abu Sayyaf mit Waffengewalt von ihrer Jacht zwischen der Insel Borneo und den Philippinen verschleppt. In der Gewalt der Islamisten sollen sich auch ein Niederländer, ein Schweizer, ein Japaner sowie mehrere Philippiner befinden. Vergangene Woche drohte die Gruppe mit der Ermordung der beiden Deutschen, falls die deutsche Bundesregierung die Militäraktionen der USA gegen Islamisten im Irak und in Syrien weiter unterstütze. Außerdem verlangt Abu Sayyaf Medienberichten zufolge Lösegeld in Höhe von 5,6 Millionen Dollar. Würden die Forderungen bis zum 10. Oktober nicht erfüllt, werde eine Geisel enthauptet, lautete die Drohung.

Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet. Einzelheiten zu dem Fall wollte das Ministerium bisher nicht nennen. Eine Sprecherin hatte vergangene Woche allerdings erklärt: „Drohungen sind für uns kein geeignetes Mittel, um Einfluss auf unsere Syrien- oder Irakpolitik zu nehmen.“

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Der philippinische Armeechef Gregorio Catapang sagte, die Streitkräfte würden sich nicht unter Druck setzen lassen. „Wir tun unser Bestes, ihren Aufenthaltsort herauszufinden und sie zu retten“, sagte er in Zamboanga City.

Die Abu Sayyaf erlangte mehrfach mit Entführungen westlicher Ausländer Aufmerksamkeit. Im April 2000 hatte die Gruppe mehrere Touristen von der malaysischen Insel Sipadan verschleppt, darunter auch ein deutsches Ehepaar sowie deren Sohn, die nach zum Teil monatelanger Gefangenschaft freigelassen wurden.


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