Auf hochwohlgeborenen Spuren

Die „Via Habsburg“ zwischen dem Elsass und Tirol wurde zur „Europäischen Kulturstraße“.

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Innsbruck –Rund 500 Kilometer liegen zwischen der Innsbrucker Hofburg und dem elsässischen Ensisheim, rund 500 Kilometer und eine beinahe 800-jährige gemeinsame Geschichte, die sich in einschlägigen Lexika unter dem Schlagwort „Vorderösterreich“ findet. Gemeint sind damit jene Besitzungen der Habsburger zwischen Rhein und Donau, die neben dem Elsass und der Grafschaft Tirol noch Teile des heutigen Südbadens, der Nordwestschweiz und Vorarlbergs umfassten.

Ein gemeinsamer Kulturraum also, dessen Geschichte fortan anschaulich gemacht und touristisch verwertet werden soll. Gestern wurde der so genannten „Via Habsburg“ im Rahmen eines Festaktes in der Innsbrucker Hofburg das Siegel einer „Europäische Kulturstraße“ verliehen.

Ein offizielles Zertifikat des Europarates, das – vergleichbar dem Weltkulturerbe der Unesco – seit 1987 den Anspruch erhebt, den Lauf der europäischen Geschichte jenseits nationaler Grenzen in Erinnerung zu rufen – und die Bedeutung dieser gemeinsamen Geschichte hochzuhalten und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu erleichtern. „Eine konsequente Umsetzung der europäischen Idee und die Möglichkeit einen unmittelbaren Nutzen für den Tourismus zu ziehen“, erklärt Jean Klinkert. Klinkert ist Präsident des Vereins „Auf den Spuren der Habsburger“, der sich in den vergangenen Jahren für die Aufnahme der „Via Habsburg“ in den erlesenen Kreis der „Europäischen Kulturstraßen“ einsetzte. In Zukunft soll das Erbe des habsburgischen „Vorderösterreichs“ also gemeinsam gepflegt und beworben werden. Klinkert: „Die Vernetzung kultureller und touristischer Leistungsträger ist uns ein Anliegen, gemeinsame Veranstaltungen, die Unterstützung von Studien sind genauso angedacht wie ein wiedererkennbarer visueller Auftritt.“

Heimische Touristiker wie die Tourismusverbände von Innsbruck und Hall/Wattens unterstützen die „Via Habsburg“ bereits, die Erweiterung des Angebots durch Miteinbezug ehemaliger Habsburger-Besitzungen in Niederösterreich oder Norditalien sei laut Jean Klinkert durchaus möglich. (TT)

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