Sommertourismus - Wirtschaftskammer: Ergebnisse sind „ernüchternd“

Wien (APA) - Das leichte Nächtigungsplus von 0,8 Prozent in der bisherigen Sommersaison (Mai bis August) empfindet die Obfrau der Bundesspar...

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Wien (APA) - Das leichte Nächtigungsplus von 0,8 Prozent in der bisherigen Sommersaison (Mai bis August) empfindet die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Petra Nocker-Schwarzenbacher, als „ernüchternd“. Denn im bisherigen Gesamtjahr 2014 (Jänner bis August) haben die Beherbergungsbetriebe um 1,3 Prozent weniger Nächtigungen verbucht als im Vorjahr.

Es habe vor allem Regionen und Betriebe getroffen, die besonders stark vom Wetter abhängig sind. „Baden, Radfahren und Campen waren in diesem Sommer leider nicht allzu oft möglich“, so die Sprecherin von rund 90.000 Tourismusbetrieben. Vor allem der Ausflugstourismus sei in einigen Regionen nahezu eingebrochen. „Die Umsatzrückgänge einzelner Betriebe waren schmerzlich bis kaum verkraftbar“, so die Branchenvertreterin.

Die relativ stabilen Nächtigungszahlen zwischen Mai und August erklärt sich Nocker-Schwarzenbacher mit den guten Erfahrungen der Urlauber im Vorjahr: „Wer aufgrund des schönen Sommers 2013 bereits wieder für 2014 gebucht hatte, ist gekommen.“ Der Trend zu steigenden Gästezahlen, dafür aber kürzeren Urlaubsaufenthalten habe sich aber fortgesetzt. Seit 1995 sei die durchschnittliche Verweildauer von 4,8 auf 3,6 Nächte pro Aufenthalt gesunken.

Zudem seien von der „Russland-Krise“ nicht nur Landwirtschaft und Industrie betroffen, sondern auch der heimische Tourismus. „Das statistische Minus von 8,2 Prozent bei den Nächtigungen russischer Gäste von Mai bis August drückt keineswegs die tatsächliche Tragweite aus“, betonte die Branchensprecherin. Die Nächtigungsrückgänge in Wien, Salzburg und Graz seien sogar zweistellig. In Wien sei der Gesamtumsatz mit russischen Touristen heuer im ersten Halbjahr laut Mehrwertsteuerrückerstatter Global Blue um 16,8 Prozent eingebrochen.

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„Unsere Gäste aus Russland und auch aus der Ukraine sind uns wie bisher sehr herzlich willkommen - politische Probleme müssen auf politischer Ebene gelöste werden, aber sicher nicht auf dem Rücken des Tourismus“, meinte Nocker-Schwarzenbacher. Die nationale Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung erhalte ihre Aktivitäten in Moskau jedenfalls in vollem Umfang aufrecht.


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