Anästhesist im Fall Nadina 2 - Arzt bekannte sich nicht schuldig

Innsbruck (APA) - Im Fall Nadina bekannte sich der angeklagte Anästhesist vor Richter Gerhard Melichar nicht schuldig. Laut Gutachter Gernot...

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Innsbruck (APA) - Im Fall Nadina bekannte sich der angeklagte Anästhesist vor Richter Gerhard Melichar nicht schuldig. Laut Gutachter Gernot Pauser habe eine schwere Hypoxie (Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff; Anm.) die graue Gehirnsubstanz des Mädchens beschädigt. Der Angeklagte beharrte jedoch auch nach mehrmaligen Nachfragen darauf, dass Nadina unter seiner Aufsicht keine Hypoxie hatte.

Die Operation und auch die Extubation des Mädchens seien laut dem angeklagten Mediziner problemlos verlaufen. Lediglich die Sauerstoffsättigung sei nicht „befriedigend“ gewesen, deswegen habe man Nadina Sauerstoff über eine Maske verabreicht. Doch auch diese Sauerstoffzufuhr habe man nach einiger Zeit beenden können. Nachdem eine Krankenschwester im Aufwachraum Auffälligkeiten bei dem Kind meldete, wurde das Mädchen schließlich auf die Kinderintensivstation verlegt.

Die Dosierung der Medikamente für die Narkose und auch deren Kombination seien völlig normal gewesen, meinte der 56-jährige Angeklagte. Lediglich die Narkose selbst habe etwas länger als normal gedauert, weil es nicht einfach gewesen sei einen Venenzugang zu legen. Erst im Nachhinein habe er von Herzdefekten erfahren, die das Kind offenbar hatte.

„Ich wüsste selbst gerne, was die wirkliche Ursache von Nadinas jetzigem Zustand ist“, meinte der Anästhesist. Er bedauere den Zustand des Mädchens sehr und sei daran interessiert aufzuklären, was damals passierte, fügte er hinzu.

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