Zwei Jahre lang schwierige Verhandlungen für Niki-KV

Wien/Schwechat (APA) - Die Gewerkschaft und der Geschäftsführer der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki (Flyniki), Christian Lesjak, si...

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Wien/Schwechat (APA) - Die Gewerkschaft und der Geschäftsführer der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki (Flyniki), Christian Lesjak, sind sich einig, dass es schwierige, zwei Jahre lang dauernde Verhandlungen bis zum Kollektivvertrag (KV) für Niki waren. „Man hat sich in den kontroversen Diskussionen mit dem Betriebsrat für den mit 1. Jänner 2015 in Kraft tretenden KV nichts geschenkt“, so Lesjak im APA-Gespräch.

„Das Finale ist buchstäblich in den letzten Tagen passiert“, sagte GPA-Vize Karl Proyer am Montag zur APA. Es sei eine Erfolgsmeldung für die Betriebsräte von Niki, dass es gemeinsam mit der Gewerkschaft GPA und vida gelungen ist, einen KV auszuverhandeln.

„Wir sind jetzt zu einer Einigung gekommen, die für beide Seiten gut tragbar ist“, so Lesjak am Montag. Die Streiks in der Luftfahrtbranche hätten den Druck für Flyniki nicht erhöht, der jetzige Zeitpunkt hätte sich ganz einfach in der eigenen Dynamik ergeben. Lesjak sieht bei den Niki-Verhandlungen Unterschiede zu anderen Luftfahrtunternehmen: „Es waren immer sehr konstruktive Verhandlungen, aber auch bei den härtesten Diskussionen waren wir uns einig, dass es Unternehmensinteressen gibt, dass man das Unternehmen als Arbeitgeber schützen will und keine Konflikte von Zaun brechen möchte.“ Er, Lesjak, mache den Betriebsrat nicht so gern Komplimente, zolle ihm aber zu den KV-Verhandlungen Respekt.

Der neue KV sei emotional sehr wichtig für die Beschäftigten, wenn Niki jetzt auch auf ihren Gehaltszettel stehe. „Inhaltlich ändert sich durch den KV nicht viel. Wir haben die gelebte Firmenpraxis im KV festgelegt. Der KV ist inhaltlich aus Unternehmensperspektive aber nicht der große Bruch“, so Lesjak. Bisher waren rund 700 von insgesamt 800 Mitarbeitern über die Leiharbeitsfirma Labour Pool angestellt.

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Da sich in wesentlichen Punkten die aktuellen Konditionen im KV widerspiegeln, trage der KV der aktuellen wirtschaftlichen Situation Rechnung: „Der KV führt nicht dazu, dass wir mit einem Schlag mit Kosten konfrontiert sind, die erst verdient werden müssen“, so Lesjak. Im internationalen Vergleich habe das fliegende Niki-Personal mehr Flugzeiten als anderen und das würde auch so bleiben: „Damit sind wir international wettbewerbsfähig.“

Das fliegende Personal, Schaltermitarbeiter und Zentrale waren heute, Montagvormittag, die ersten, die über den neuen Firmen-KV im Zuge der jährlichen Betriebsversammlungen informiert wurden. Es war lautstarker Jubel aus dem Saal zu hören. „Eine sehr positive Überraschung“, waren sich die Mitarbeiter nach der Versammlung gegenüber der APA einig. Mit so einer raschen Einigung über Fixanstellung und Kollektivvertrag habe man nicht gerechnet. Die Firmenpraxis, dass der größte Teil der Belegschaft über die Leiharbeitsfirma Labour Pool angestellt ist, sorgte seit Jahren für Streit mit der Gewerkschaft.

~ WEB http://www.flyniki.com ~ APA365 2014-09-29/14:39


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