YLine-Strafprozess geht nach Sommerpause weiter

Wien (APA) - Nach einer fast zweimonatigen Sommerpause und bisher genau 20 Verhandlungstagen geht morgen, Dienstag, am Wiener Straflandesger...

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Wien (APA) - Nach einer fast zweimonatigen Sommerpause und bisher genau 20 Verhandlungstagen geht morgen, Dienstag, am Wiener Straflandesgericht der Prozess um die Pleite des Internet-Unternehmens YLine weiter. Dem Hauptangeklagten ehemalige Firmenchef Werner Böhm und zehn weiteren Angeklagten wirft die Anklage u.a. Untreue und schwerer Betrug vor. Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Haft.

Alleine der durch die Untreuhandlungen bei der YLine verursachte Schaden beläuft sich laut Anklageschrift auf über 26 Mio. Euro. Alle Angeklagten beteuern ihre Unschuld.

Fast dreizehn Jahre hat es gedauert, bis die Pleite der Internetfirma vor das Strafgericht kam. Die vom Ex-IBM-Manager Böhm im April 1998 gegründete Firma galt als ein Shootingstar des New-Economy-Hypes um die Jahrtausendwende. An der Börse wurde in mehreren Tranchen Kapital eingesammelt. Im Zuge eines großen Computergeschäfts mit IBM ging YLine schließlich 2001 pleite. Die meisten Anleger standen am Ende mit leeren Händen da. Im Jahr 2002 erstattete der Masseverwalter Anzeige. Der Strafprozess am Wiener Straflandesgericht startete im April 2014. Erst die 2011 gegründete Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hatte die Anklage fertiggestellt.

Die für morgen geplante Einvernahme eines Angeklagten dürfte neuerlich nicht möglich sein, hieß es aus dem Landesgericht auf APA-Anfrage. Das ehemalige Yline-Aufsichtsratsmitglied habe sich krankheitshalber entschuldigt. Insoferne stünde außer allgemeinen Programmerörterungen „nicht viel am Programm“. Geleitet wird der Strafprozess von der Vorsitzenden Richterin des Schöffensenats, Marion Hohenecker.

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