Schweizer Notenbankchef schließt keine Maßnahme gegen Deflation aus

Genf (APA/sda) - Die Risiken für eine Deflation in der Schweiz nehmen wieder zu. Die Normalisierung der Geldpolitik wird daher weitere Zeit ...

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Genf (APA/sda) - Die Risiken für eine Deflation in der Schweiz nehmen wieder zu. Die Normalisierung der Geldpolitik wird daher weitere Zeit beanspruchen, wie der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, am Montag vor Journalisten in Genf sagte.

Die Weltwirtschaft wachse schwächer als erwartet, die Teuerungsraten seien sehr tief. Die SNB wolle eine Deflation verhindern und mit ihrer Geldpolitik Preisstabilität garantieren, bekräftigte Jordan. Dabei seien keine Maßnahmen ausgeschlossen. Zum Arsenal der geldpolitischen Instrumente zählten auch Negativzinsen.

Es werde noch eine gewisse Zeit dauern, bis sich die Geldpolitik normalisiere, erklärte Jordan im „Club suisse de la presse“ in Genf. Es sei allerdings schwierig zu bestimmen, ob es sich dabei um zwei, drei oder fünf Jahre handle. Aber das Wirtschaftssystem werde wieder ins Gleichgewicht finden.

Jordan bestätigte die Mitte September revidierten Prognosen der SNB: Demnach rechnet die Notenbank für dieses Jahr noch mit einem Wachstum des Schweizer Bruttoinlandproduktes (BIP) um knapp 1,5 Prozent. Zuvor war sie von rund 2 Prozent ausgegangen. Bei der Teuerung rechnen die Währungshüter mit tiefen Raten: 0,1 Prozent dieses Jahr, 0,2 Prozent 2015 und 0,5 Prozent 2016.


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