Asyl - Land Salzburg richtet eigenen Asylberatung für Gemeinden ein

Salzburg (APA) - Salzburg wird für die Gemeinden eine eigene Asylberatung einrichten. Mit dieser Informationsoffensive sollen Bedenken bei d...

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Salzburg (APA) - Salzburg wird für die Gemeinden eine eigene Asylberatung einrichten. Mit dieser Informationsoffensive sollen Bedenken bei der Unterbringung von Flüchtlingen ausgeräumt werden. Das ist das Ergebnis eines „Asylgipfels“, zu dem am Montag Landesrätin Martina Berthold (Grüne) und Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) Vertreter der Bürgermeisterkonferenzen und des Gemeindeverbandes eingeladen haben.

Zuletzt hatte es in den Salzburger Gemeinden Bad Gastein und Abtenau Unstimmigkeiten wegen der zusätzlichen Unterbringung von Asylwerbern gegeben. Als Lösung ist nun folgendes angedacht: Eine mit dem Flüchtlingswesen erfahrene Person wird die Gemeinden in den kommenden Monaten bei der Quartiersuche beraten und unterstützen, wie die ressortzuständige Landesrätin nach der Gesprächsrunde erläuterte. Dieser Mitarbeiter soll den Bürgermeistern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

„Unser Ziel ist, Ängste abzubauen und Vorbehalte zu reduzieren“, sagte Berthold. Unsicherheiten in den Gemeinden würden auf fehlender Information fußen. „Wer organisiert Deutschkurse, mit welchem Mehraufwand müssen Gemeinden eventuell bei Kindergarten und Schule rechnen, wie sieht die Betreuung der Asylsuchenden eigentlich aus? Es sind Fragen wie diese, welche die Verantwortlichen in den Gemeinden beschäftigen.“ Bei allen neuen Quartieren werde mit den Nachbarn geredet, die Menschen würden miteinander in Kontakt kommen und sich kennenlernen. „Damit ist der erste Schritt zum gegenseitigen Verstehen getan“, erklärte Berthold.

Die Landesrätin wie auch der Landeshauptmann bezeichneten die Gesprächsrunde als „äußerst konstruktiv“. Einigkeit herrschte bei dem Gipfel auch, dass eine „Gemeindequote“ bei der Aufteilung der Asylsuchenden wenig zielführend sei. Die Teilnehmer des Gipfels sprachen sich für eine Quote auf Bezirksebene aus.

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Am weitesten von der Erfüllung der Quote entfernt sei derzeit der Flachgau, gefolgt vom Tennengau, erläuterte Berthold. Dies könne sich jedoch bald ändern: Die Vertreter beider Bezirke hätten heute klar erklärt, sich für mehr Quartiere einsetzen zu wollen. Zum anderen würden derzeit verstärkt Angebote aus dem Flachgau in der Grundversorgungsabteilung des Landes einlangen, schöpfte Berthold Optimismus.

Salzburg hat derzeit 1.536 Asylwerber untergebracht. Damit wird laut der Landesrätin eine Quote von 91,26 Prozent erreicht. Auf die Mindestquote fehlten noch 13 Personen. Um die 100-Prozent-Quote zu erfüllen, müsste Salzburg insgesamt 1.683 Asylwerber unterbringen.


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