Satiriker Sonneborn piesackt Oettinger mit süffisanten Fragen

Brüssel (APA/AFP) - Die Anhörung der designierten EU-Kommissare sind keine angenehme Veranstaltung: Drei Stunden werden die Kandidaten von P...

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Brüssel (APA/AFP) - Die Anhörung der designierten EU-Kommissare sind keine angenehme Veranstaltung: Drei Stunden werden die Kandidaten von Parlamentariern „gegrillt“. Getestet werden die Bewerber auf ihre fachliche und persönliche Eignung - als Anwärter auf den Posten des Digitalkommissars musste sich Günther Oettinger am Montagabend auch eine Portion Ironie von dem EU-Abgeordneten Martin Sonneborn gefallen lassen.

„Werden Sie sich in ihrer Funktion als Digitalkommissar für das Recht auf Vergessen im Internet einsetzen?“, fragte der frühere Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, der bei der Europawahl im Mai für die Spaßpartei „Die Partei“ in das europäische Abgeordnetenhaus gewählt worden war. Und wenn ja, wie wolle er verhindern, dass etwa Oettingers umstrittene Äußerungen zu der Nazi-Vergangenheit seines Vorgängers als Ministerpräsident Baden-Württembergs, Hans Filbinger, „aus Versehen gelöscht werden“, setzte Sonneborn süffisant hinzu.

Was geschehe zudem mit der Information, „dass Sie mittelalterliche schwäbische Inkunabeln verhökern wollten. Was ist das überhaupt? Und dass sie ihren Führerschein mit 1,4 Promille abgeben mussten?“, fragte Sonneborn weiter und fügte in Anspielung auf Oettingers berüchtigte Englischkenntnisse und seinen starken Akzent schmunzelnd hinzu: „Können sie diese Frage bitte auf Englisch beantworten?“

Oettinger nahm Sonneborns Ironie-Attacke sportlich: „Ich habe die Absicht, den Fragen zu folgen, aber ihre Befehle nur eingeschränkt zu akzeptieren“, sagte der CDU-Politiker und antwortete auf Deutsch. Ja, er sei für das Recht auf Vergessen im Internet. Inkunabeln seien historische Gegenstände und er habe seinen Führerschein vor einem Vierteljahrhundert verloren. „Das stimmt, dazu stehe ich. Und da dies in den Zeitungen stand, wird das nie vergessen werden können“, sagte der designierte Digitalkommissar. „Wer in der Politik ist, muss sich mit seinen Erfolgen und Misserfolgen lebenslang messen lassen.“

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