Werkzeuge für Waffen - Venezuela startet freiwilliges Tauschprogramm

Caracas (APA/dpa) - Die ersten Venezolaner haben im Rahmen eines Regierungsprogramms Pistolen, Revolver und Schrotflinten gegen Werkzeuge un...

  • Artikel
  • Diskussion

Caracas (APA/dpa) - Die ersten Venezolaner haben im Rahmen eines Regierungsprogramms Pistolen, Revolver und Schrotflinten gegen Werkzeuge und Universitätsstipendien eingetauscht. Innenminister Miguel Rodríguez Torres zeigte sich am Montag zufrieden mit dem Auftakt der freiwilligen Tauschaktion. Es sei bereits eine „beachtliche Menge“ an Waffen eingesammelt worden.

Die Besitzer hätten im Gegenzug Arbeitsgeräte wie Motorsägen, Computer oder Laptops oder eins der derzeit 30 Stipendien bekommen. „Waffen bedeuten Tod und Gewalt. Wir ändern diese Realität. Die Waffe ist nicht die Lösung, sondern das Problem“, sagte der Minister, der ankündigte, nach und nach die schätzungsweise 100.000 Waffenscheine im Land zu kassieren. Ziel sei es, dass nur die Polizei im Besitz von Waffen sei. Landesweit gibt es 72 Zentren, wo die Waffen abgegeben werden können.

Vermutungen zufolge kursieren vier Millionen illegale Waffen in dem Land, von denen viele für Überfälle und Gewaltdelikte genutzt werden. Nach Angaben der unabhängigen Beobachtungsstelle für Gewalt (OVV) wurden in Venezuela 2013 mehr als 24.000 Menschen getötet. Die Regierung gibt eine niedrigere Mordrate an. Doch selbst laut ihren Daten liegt Venezuela noch vor Mexiko, Kolumbien und Brasilien.


Kommentieren