„Junges Ensemble“, russische Jugend: „Eugen Onegin“ in der Kammeroper

Wien (APA) - Mit „Eugen Onegin“ startet die Wiener Kammeroper in die dritte Saison ihrer Bespielung durch das Theater an der Wien. Nach zwei...

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Wien (APA) - Mit „Eugen Onegin“ startet die Wiener Kammeroper in die dritte Saison ihrer Bespielung durch das Theater an der Wien. Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten stellt sich nun ein neues „Junges Ensemble“ erstmals dem Publikum vor. Premiere der von Peter Valentovic dirigierten und in russischer Sprache gesungenen Kammerorchesterfassung der bekannten Tschaikowski-Oper ist am Donnerstag (2. Oktober).

Die Uraufführung 1879 sei von Studenten des Moskauer Konservatoriums realisiert worden, betont der 34-jährige slowakische Dirigent im „Theater an der Wien-Magazin“. Dies sei „eine offensichtliche Parallele zu unserer Aufführung mit dem jungen Ensemble. Die vier Hauptpersonen sind bei Puschkin auch sehr jung, Lensky wird als 18-jähriger junger Mann von Puschkin beschrieben“, so Valentovic. Ganz so jung ist der 1987 in Minsk geborene Tenor Vladimir Dmitruk zwar nicht, aber er und Viktorija Bakan (Tatjana), Natalia Kawalek-Plewniak (Olga), Tobias Greenhalgh (Eugen Onegin) sowie Christoph Seidl (Fürst Gremin) sind als zweite Generation des „Jungen Ensemble“ des Theater an der Wien dennoch im richtigen Alter für die auf fünf Protagonisten reduzierte Oper um Liebe und Leidenschaft in der russischen Provinz.

Der amerikanische Regisseur Ted Huffman möchte im intimen Rahmen der Kammeroper einen unmittelbaren Zugang zu den Figuren und ihrer Zeit herstellen. „Die Oper gelingt dann, wenn man die Menschen ernst nimmt und versucht, die komplizierte Wahrheit ihrer Charaktere zu beschreiben“, so Huffman im Theatermagazin „Bühne“: „Es geht um das Spiel mit den Menschen und mit ihren Gefühlen - echten und unechten, eigenen und geborgten.“

Im Dezember folgt in der Kammeroper Georg Friedrich Händels „Rinaldo“. Regisseurin Christiane Lutz hat versprochen, in ihrer Inszenierung „den Meister des Illusionstheaters und den Master of Suspense“ zu verbinden, denn Händel und Hitchcock hätten einiges mehr gemeinsam als jeweils ein immens großes Oeuvre von 42 Filmen bzw. 52 Opern.

(S E R V I C E - „Eugen Onegin“ von Peter Iljitsch Tschaikowski, Libretto von Peter Iljitsch Tschaikowski und Konstantin Schilowski nach Alexander Puschkins gleichnamigen Versroman; Kammerorchesterfassung von Jonathan Lyness; In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln, Inszenierung: Ted Huffman, Ausstattung: Samal Blak, Musikalische Leitung: Peter Valentovic, Wiener KammerOrchester; Mit Viktorija Bakan - Tatjana, Natalia Kawalek-Plewniak - Olga, Tobias Greenhalgh - Eugen Onegin, Vladimir Dmitruk - Lenski, Christoph Seidl - Fürst Gremin, Wiener Kammeroper, Premiere: Donnerstag 2. Oktober, 19 Uhr, Weitere Aufführungen: 4., 6., 8., 10., 13., 19., 22., 25., 28.10., Karten: 01 / 58885, www.theater-wien.at)


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