Neue Häuser für Sparchen

Bis 2028 will die Neue Heimat Tirol die Südtiroler Siedlung in Kufstein-Sparchen komplett erneuern – aber nur, wenn die Mieter der Übersiedelung zustimmen.

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Von Wolfgang Otter

Kufstein –Mitte August ließ die Mieter-Interessens-Gemeinschaft Sparchen (MIG) aufhorchen. Die Initiative, die Bewohner der so genannten Südtiroler Siedlung der Neue­n Heimat Tirol (NHT) in der Meraner, Terlaner, Stuttgarter und Sterzinger Straße repräsentiert, trat mit einer langen Mängelliste an die Öffentlichkeit und machte Druck auf die Stadt Kufstein und die NHT.

Sie verlangte ein­e Sanierung oder zumindest Informationen, wie es weitergeht. Vorgestern traten NHT-Geschäftsführer Klaus Lugger und Hannes Gschwentner mit einem Mitarbeiterstab im Kufsteiner Stadtsaal vor die Mieter, um zu informieren, wie es mit den rund 300 Wohnungen weitergehen soll.

Die Frage lautet sanieren oder neu bauen. Wobei die NHT der zuletzt genannten Variante den Vorzug geben würde. Die Sanierung der Häuser würde insgesamt an die 10 Millionen Euro verschlingen, „aber sie haben dann noch immer keine Zentralheizung oder ausreichend Parkplätze“, erklärte Engelbert Spiß von der NHT. Und trotzdem würde die Sanierung die Miete steigen lassen.

Die Neubauten der Häuser wiederum stünden unter der Prämisse Passivhausbau und Barrierefreiheit und würden Wohnungen mit Zentralheizung und nach modernsten Standards und Tiefgaragenparkplätze ermöglichen. Die Kosten für die Neubauten konnten noch nicht genannt werden.

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Da auch die Stadt großes Interesse an der Gestaltung des Stadtteils hat – Bürgermeister Martin Krumschnabe­l sprach von einer großen Chance, aber auch dem Flair des derzeit Bestehenden –, soll ein Architektenwettbewerb stattfinden. „Wir wollen dabei auch einen Vertreter der Mieter miteinbeziehen“, sagte Gschwentner.

Und wie es dann weitergeht, hänge im Prinzip von den Mietern selbst ab. Da die meisten von ihnen unbefristete Mietverträge haben, können sie zu einem Umzug nicht gezwungen werden. Die NHT würde aber diesen Umzugswillen mit 15.000 Euro belohnen.

Sollten sich genügend Interessenten für die Neubauten finden, würde ab Herbst 2015 umgebaut. Geplantes Bauende aller Häuser wäre 2028, wobei dies auch früher sein könnte. Bis Dezember will die NHT das Interesse der Mieter ausloten.

„Bitte fühlen Sie sich aber nicht unter Druck gesetzt. Sie haben so lange Zeit, bis wir Ihnen direkt eine neue Wohnung anbieten“, sagte Klaus Lugger, der erklärte, dass die Ausbaustufen nach dem Wille­n der Mieter gestaltet werden.

Der große Proteststurm blieb an diesem Abend aus, eher drehten sich die Fragen um die weitere Vorgangsweis­e. Der Sprecher der MIG, Ludwig Weinold, war gestern für eine Stellung­nahme nicht erreichbar.


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