Syrien-Krieg - WFP kürzt Nahrungsmittelrationen für Vertriebene

Berlin/Wien/Damaskus (APA/dpa) - Das Welternährungsprogramm (WFP) kürzt seine Nahrungsmittelrationen für Vertriebene in Syrien ab Oktober um...

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Berlin/Wien/Damaskus (APA/dpa) - Das Welternährungsprogramm (WFP) kürzt seine Nahrungsmittelrationen für Vertriebene in Syrien ab Oktober um 40 Prozent. Auch die Verteilung von Lebensmittelkarten an syrische Flüchtlinge in den Nachbarstaaten wird wegen Geldmangels voraussichtlich eingeschränkt. In Österreich beschloss indes der Nationalrat eine Erhöhung der Katastrophenhilfe für Syrien-Flüchtlinge um 500.000 Euro.

Die Regierung werde dieses Thema auch am Dienstagnachmittag, in der gemeinsamen Gesprächsrunde mit den Landeshauptleuten ansprechen, kündigte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) beim Pressefoyer nach dem Ministerrat im Bundeskanzleramt an.

Geldmangel macht indes dem WFP zu schaffen. „Dies ist umso bedauerlicher, als dass es zuletzt gelungen war, in Syrien so viele Vertriebene zu erreichen wie nie zuvor“, sagte WFP-Vizedirektorin Elisabeth Rasmusson am Dienstag in Berlin.

Die UN-Funktionärin, die in den kommenden Tagen Vertreter der deutschen Bundesregierung treffen wird, hat aber noch Hoffnung, dass der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags Mitte Oktober zusätzliche Mittel für die Versorgung von Vertriebenen in Syrien und im Irak bewilligen wird. Alleine für die Syrien-Hilfe fehlen WFP in den Monaten Oktober bis Dezember 352 Millionen US-Dollar (knapp 280 Mio. Euro).

Besonders problematisch sei die geplante Kürzung der monatlichen Nahrungsmittelhilfe im Libanon von 30 US-Dollar auf 20 Dollar pro Flüchtling. Dies könne zu einem Anstieg der Kriminalität und dann auch zu einer wachsenden Ablehnung der Flüchtlinge durch die lokale Bevölkerung führen. Mittelfristig sei auch eine Destabilisierung des Libanons zu befürchten.

Die Norwegerin, die gerade aus Syrien zurückgekehrt ist, sagte, die Menschen in den von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) kontrollierten Gebieten seien derzeit die einzigen, die keine UN-Nahrungsmittelhilfe erhielten. Der Zugang zu Gebieten unter Kontrolle der islamistischen Al-Nusra-Front sei eingeschränkt.

Rasmusson sagte: „Die Al-Nusra-Front will, dass die Menschen nicht erfahren, dass diese Hilfe von den Vereinten Nationen kommt. Sie will den Eindruck erwecken, dass sie es ist, die diese Lebensmittel beschafft, und das geht so natürlich nicht.“ Im August hatten 4,17 Millionen Menschen in Syrien vom WFP Nahrungsmittelhilfe erhalten. Rasmusson sagte, es sei sehr befremdlich, zu sehen, wie Familien in der Stadt Tartus im Restaurant essen, während wenige Kilometer entfernt gekämpft und gehungert werde.

WFP kümmert sich im Moment gleichzeitig um fünf Krisen, die von den Vereinten Nationen als „Level-Drei-Krisen“ eingestuft wurden: Ebola, Syrien, Irak, Südsudan und Zentralafrikanische Republik. „So eine Situation hat es in der Geschichte der Organisation noch nie gegeben“, sagte Rasmusson.


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