Ehemals viertgrößter See der Welt verschwindet

Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Aralsee eines der größten Süßwasserreservate der Welt. Jetzt ist er von der völligen Austrocknung bedroht.

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Taschkent - Der Aralsee zwischen den ehemaligen Sowjetstaaten Usbekistan und Kasachstan ist in den vergangenen knapp 60 Jahren massiv geschrumpft. Aktuelle Satellitenbilder der NASA zeigen das wahre Ausmaß des Rückgangs seiner Fläche. „Es ist das erste Mal seit 600 Jahren, dass das östliche Becken des Sees komplett ausgetrocknet ist“, sagt Philip Micklin, Experte von der Western Michigan University.

Grund für den massiven Schwund ist vor allem die teilweise Umleitung des Zuflusses Amu Darya ins Kaspische Meer. Seit den 1960ern nutzte die Sowjetregierung das Wasser des Flusses für landwirtschaftliche Zwecke. Aber auch lange Trockenperioden haben dem Wasserstand in den vergangenen Jahrzehnten zugesetzt.

Vielen Menschen hat der Rückzug des Sees die Lebensgrundlage entzogen. Dabei ist die Bevölkerung in der Region in den vergangenen 50 Jahren um das vierfache gewachsen. Kasachstan versuchte mit einem Dammbau die letzten Wasserreserven zu retten, der Erfolg war jedoch bescheiden. Noch immer verschlingt die Baumwollwirtschaft Unmengen an Wasser. Während im östlichen Becken nur noch Schiffswracks an die Ausmaße des ehemals viertgrößten Sees der Welt erinnern, schrumpft auch der westliche Aralsee immer weiter. (siha)

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