Wechsel an Kunstuni Graz: Elisabeth Freismuth übernimmt Rektorat

Graz (APA) - Nach dem lange andauernden Neubesetzungsdiskussionen und dem Interimsrektorat übernimmt mit 1. Oktober Elisabeth Freismuth die ...

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Graz (APA) - Nach dem lange andauernden Neubesetzungsdiskussionen und dem Interimsrektorat übernimmt mit 1. Oktober Elisabeth Freismuth die Führung der Kunstuniversität Graz (KUG). Erstmals in der Geschichte der KUG steht damit eine Frau an der Spitze der Grazer Kunst-Uni.

Elisabeth Freismuth (geb. 1955) studierte zunächst Jus, Geschichte und Kunstgeschichte an der Uni Wien. Nach dem Gerichtsjahr und Assistententätigkeit am Institut für österreichische und europäische Rechtsgeschichte wechselte sie in die Rektoratsdirektion der Musikhochschule Wien, die sie ab 1989 leitete. Seit 2008 fungierte sie als Sektionsleiterin im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.

„Im jetzt zu Ende gehenden Interimsrektorat konnte nach langer Zeit endlich wieder ein konstruktives Zusammenspiel aller Leitungsorgane der KUG etabliert werden“, zeigte sich der geschäftsführende Vizerektor Robert Höldrich zufrieden, der das Haus seit 2013 interimistisch leitete und sich auf eigenen Wunsch aus dem Vizerektorat zurückzieht. „Wir wollen die wesentlichen Linien fortschreiben, auf der hohen Qualität der Universität aufbauen und sie gemeinsam weiterentwickeln. Ich spreche die Einladung zum Zusammenspiel aller Kräfte aus“, so Freismuth am Dienstag in einer Aussendung.

Die einstimmige Wahl von Freismuth im April des Jahres setzte einen Schlusspunkt unter die seit drei Jahren zwischen Universitätsrat und Senat konfliktreich ausgetragene Neubesetzungsdiskussion: Ende September 2010 hat der damalige Rektor Georg Schulz vom Unirat zwar ein einstimmiges Pro-Votum für seine Wiederwahl ohne Ausschreibung erhalten, im Senat dafür aber nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Daraufhin gab es eine Ausschreibung. Es folgten Uneinigkeiten über den Dreiervorschlag, der den bisherigen Rektor nicht berücksichtigte, und eine „Ersatzvornahme“ des Unirates, in der Schulz zum Rektor gewählt wurde.

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Der Senat beeinspruchte das Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof und erhielt Recht - woraufhin aus dem „alten“ Dreiervorschlag ein deutscher Kandidat (Frank-Thomas Mitschke) gewählt wurde, der jedoch das Amt dann doch nicht antreten wollte. Seither fungierte Robert Höldrich als geschäftsführender Vizerektor. Die im Herbst 2013 neu zusammengesetzten Gremien von Senat und Universitätsrat haben die Neuausschreibung empfohlen bzw. beschlossen.


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