Natura 2000: Osttiroler bessern nach

Die betroffenen Natura-2000-Ge-meinden legten der Regierung einen neuen Vorschlag vor. Deutlich mehr Schutzflächen werden ausgewiesen.

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Von Peter Nindler

Innsbruck –Der Landtag ist bei der von der EU geforderten Nachnominierung von Natura-2000-Schutzgebieten in Osttirol bereits einen Schritt weiter: In vier Dringlichkeitsanträgen, die laut VP-Klubchef Jakob Wolf zu einem zusammengefasst werden sollen, wird die Landesregierung aufgefordert, begleitend zur Unterschutz-Stellung von Teilen der Gletscherflüsse wie der Isel ein regionalwirtschaftliches Entwicklungsprogramm für Osttirol auszuarbeiten. Noch hakt es aber beim Ausweisungsvorschlag.

Eigentlich sollte er bereits bis Ende September der EU gemeldet werden, doch in Absprache mit der Kommission gibt es noch etwas Zeit. Vor der endgültigen Nominierung will die Landesregierung das Ausweisungskonzept noch mit Frank Vassen von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission abklären. Deshalb haben Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und Energiereferent LHStv. Josef Geisler (VP) den Bürgermeistern des Planungsverbands 34 (Matrei i. O., Kals, Virgen- und Defereggental) noch ein letztes Angebot unterbreitet. Bis gestern konnten sie ihren Entwurf mit einem naturkundefachlichen Gutachten ergänzen. Bisher haben sie die Vorschläge des Landes als zu weitreichend abgelehnt und beharrten auf ihrer eigenen Studie des Klagenfurter Umweltbüros von Gregory Egger samt einer raumordnungsfachlichen Zonierung eines Lienzer Planungsbüros. Die Bürgermeister kämpfen bekanntlich um ihre Kraftwerksvorhaben an der Isel, am Tauern- und Kalserbach sowie an der Schwarzach.

Basierend auf seiner Studie zum Vorkommen der an den Flüssen wachsenden Deutschen Tamariske hat Gregory Egger auch einen naturkundefachlichen Entwurf ausgearbeitet. Der Vorschlag sieht deutlich größere Ausweisungsgebiete vor, wie Planungsverbandsobmann und Matreier BM Andreas Köll (VP) erklärt. „Das freut natürlich nicht alle, aber Lebensraumtypus und das Schutzgut wurden im Vergleich zum Erstvorschlag wesentlich ausgeweitet.“ Auch an der oberen Isel sowie an der Schwarzach auf Matreier Gemeidegebiet gibt es demnach Schutzgebietszonen.

Köll geht davon aus, „dass wir jetzt den geforderten einwandfreien fachlichen Vorschlag haben“. Er wurde noch am Abend an die Landesregierung übermittelt und dürfte erneut für eine intensive Debatte sorgen. Die wird es wohl auch im Landtag geben.

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