Die 69. UNO-Vollversammlung: Was sonst noch passierte

New York (APA/dpa) - Bei der Generaldebatte der 69. Vollversammlung der Vereinten Nationen waren Vertreter aller 193 UN-Staaten sowie die Be...

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New York (APA/dpa) - Bei der Generaldebatte der 69. Vollversammlung der Vereinten Nationen waren Vertreter aller 193 UN-Staaten sowie die Beobachter Palästina, EU und Vatikan aufgerufen, vor den Delegierten zu sprechen. Etwa 120 Staats- und Regierungschefs waren in New York. Am Rande der Megakonferenz gab es Kurioses zu beobachten:

DEN KOMPLIZIERTESTEN NEN hatte der Staatspräsident von Madagaskar. Hery Martial Rajaonarimampianina Rakotoarimanana. Die amtierende Präsidentin hatte vielleicht geübt, ihr ging das „Seine Exzellenz Hery Martial Rajaonarimampianina Rakotoarimanana“ langsam, aber fehlerfrei von den Lippen. Schämen musste man sich aber für Schwierigkeiten nicht. Auch im heimatlichen Madagaskar hatte Rajaonarimampianina Rakotoarimanana im Wahlkampf für sich einfach mit „Hery“ geworben.

MIT HUT redeten auf der Vollversammlung gleich mehrere, vor allem afrikanische Politiker, bei den meisten gehörte die Kopfbedeckung aber zum traditionellen Gewand. Nicht so bei Goodluck Jonathan und Salva Kiir, wo der Hut ein „Fashion Statement“ war. Kiir, Präsident des jüngsten UN-Mitglieds Südsudan, trug zum dunklen Anzug einen Cowboyhut. Der dunkle Stetson ist ein Markenzeichen des 63-Jährigen, seit er ihn vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush, einem Texaner, geschenkt bekam. Zuvor hatte schon Nigerias Präsident Jonathan mit Hut geredet. Auch er hat seinen Fedora fast immer auf.

EIN WELTYOGATAG will Indiens Ministerpräsident Narendra Modi, offiziell ausgerufen von den Vereinten Nationen. „Yoga schafft die Einheit von Geist und Körper, Gedanken und Taten, Zurückhaltung und Erfüllung“, sagte er vor den Delegierten aus aller Welt. „Es sorgt für Harmonie zwischen Mensch und Natur. Wenn wir unseren Lebensstil ändern und Bewusstsein schaffen, kann Yoga auch gegen den Klimawandel helfen.“ Ganz ohne Aussicht ist sein Vorhaben nicht. Auf Vorschlag von Indiens kleinem Nachbarn Bhutan hatte die Vollversammlung vor zwei Jahren einen jährlichen „Welttag des Glücks“ ausgerufen.

WO IST SAMBIAS STAATSPRÄSIDENT?, fragten Diplomaten und Reporter gleichermaßen. Eigentlich hatte Michael Sata sprechen sollen, doch er wurde in New York nie gesehen. Auf der Intensivstation solle er sein, raunten die einen, in der Botschaft die anderen. Selbst vom Tod des 77-Jährigen wollten einige erfahren haben. Zumindest in New York blieb die Frage unbeantwortet: Als Sambia aufgerufen wurde, sprach statt des angekündigten Sata sein Außenminister Harry Kalaba - der kein Wort über seinen Chef verlor.

DIE LÄNGSTEN REDEN kommen üblicherweise gleich am Anfang, wenn die Staatsoberhäupter sprechen. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas waren mit 36 Minuten ziemlich lang. Doch die längste hielt US-Präsident Barack Obama mit 38 Minuten. Es war reine Redezeit: Zum ersten Mal hatte Obama keinen Zwischenapplaus bekommen.

DIE KÜRZESTE REDE schien Paul Kagame, Präsident von Ruanda zu halten; mit sieben Minuten nicht einmal die Hälfte der erlaubten Zeit. Doch dann kam Dalia Grybauskait. Die Präsidentin Litauens war schon nach fünf Minuten und 26 Sekunden fertig. Selbst das UN-Protokoll war überrascht, dass es so schnell den nächsten ankündigen konnte.

DER ÄLTESTE REDNER war ohne Frage Robert Mugabe. Der diktatorisch herrschende Präsident Simbabwes wurde im Februar 90. Als er 1987 das Amt antrat, war Sebastian Kurz gerade einmal ein Jahr alt. Jetzt ist er der Außenminister Österreichs und war mit 28 Jahren der jüngste Redner unter den Spitzenpolitikern.


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