NGO: Zahlreiche Festnahmen in China seit Protesten in Hongkong

Peking/Hongkong (APA/AFP) - In China sind in den vergangenen Tagen nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe zahlreiche Aktivisten festgenomme...

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Peking/Hongkong (APA/AFP) - In China sind in den vergangenen Tagen nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe zahlreiche Aktivisten festgenommen worden, weil sie die Proteste in Hongkong unterstützten. Wie die NGO China Human Rights Defenders (CHRD) am Mittwoch erklärte, wurde unter anderem der Aktivist Wang Long am Montag in Shenzhen festgenommen, nachdem er Informationen über die Demonstrationen ins Internet gestellt hatte.

Der Gruppe zufolge wurde zudem am Dienstag die aus Shanghai stammende Aktivistin Shen Yanqiu festgesetzt, nachdem sie Tage zuvor ein Bild von sich selbst mit rasiertem Kopf als Unterstützung für die Hongkong-Proteste veröffentlicht hatte. Sie werde an einem „unbekannten Ort festgehalten“, erklärte CHRD. Bis zu „20 Bürger“ wurden demnach am Dienstag in Guangzhou nahe Hongkong festgenommen, weil sie sich in einem Park zur Unterstützung der Protestbewegung getroffen hatten. Zwei Aktivisten sei während ihrer vorübergehenden Festnahme das Essen verweigert worden.

Die Behörden in China gehen seit Sonntag verstärkt gegen die prodemokratischen Demonstrationen in Hongkong und deren Unterstützer vor. Die Protestbewegung hatte an dem Tag mehrere Hauptverkehrsstraßen besetzt, woraufhin die Polizei mit Schlagstöcken, Tränengas und Pfefferspray gegen die Menge vorging. Es gab Verletzte und Festnahmen.

Die Proteste in Hongkong sind die größten seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China im Jahr 1997. Sie richten sich gegen eine Wahlreform: Zwar soll die Bevölkerung in Hongkong 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen dürfen, doch will die Zentralregierung in Peking zuvor ihr genehme Kandidaten auswählen, um so ihren Einfluss zu sichern.


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