Schlepplift, Strandbad und Schlüsselkinder - Buch über 70er-Jahre

Wien (APA) - Im neuen Retro-Buch „Schnee von gestern. Schlepplift, Strandbad, Schlüsselkinder - und was sonst noch war“ laden die „Presse“-K...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Im neuen Retro-Buch „Schnee von gestern. Schlepplift, Strandbad, Schlüsselkinder - und was sonst noch war“ laden die „Presse“-Kolumnisten Friederike Leibl-Bürger und Florian Asamer zum gemeinsamen Erinnern an eine vordigitale Zeit ein. „Es geht dabei nicht darum, dass früher alles besser war, sondern darum, dass es einfach anders war“, so Asamer im APA-Interview.

„Stell dir vor, du hast kein Handy, kein Internet und im Fernsehen hast du nur zwei Programme, die erst um 17.00 Uhr anfangen. Das ist für die meisten Jugendlichen schon unvorstellbar - da habe ich noch gar nicht darüber gesprochen, dass es kein Facebook und keine großen Kinos gab“, beschreibt Asamer die Zeit der 70er- und 80er-Jahre. Mit dem „kolumnigen Erinnerungsbuch“, das ab Oktober im Handel erhältlich ist, reflektieren die Autoren ihre Kindheit und Jugend - ganz ohne nostalgisches Zurücksehnen.

Ausgehend vom erfolgreichen Artikel der beiden Kolumnisten, „Damals, am Skilift. Als Skifahren noch ein Volkssport war“, teilt sich das neue Buch auf die vier Jahreszeiten auf. Und so widmen sich Leibl-Bürger und Asamer in kurzen Kapiteln wie etwa „Erbswurstsuppe und Skiwasser“ (im Winter), „Da wächst er noch rein“ (im Frühling), „Kirschen, Bauchweh und die falsche Ananas“ (im Sommer) und „Ein Stamperl mit der Oma“ (im Herbst) dem ganz speziellen Lebensgefühl der 70er- und 80er-Jahre. Ein wichtiges Thema im Buch ist auch der Unterschied zwischen der Verfügbarkeit und Erreichbarkeit damals und heute. „Früher war es wichtig, dass alles, was ausgemacht worden ist, verlässlich war, weil es keine Möglichkeit gegeben hat, wieder nachzufassen“, erklärte Asamer.

Durch das „permanente Nachjustieren in der Kommunikation“ sei es heute - ganz im Gegensatz zu früher - ein Ding der Unmöglichkeit, versetzt zu werden. „In der Zeit, von der wir erzählen, hat man dieses Treffen nur einmal mündlich vereinbart. Sagen wir um 4.00 Uhr früh, euphorisiert, mutiger als gewöhnlich. Da wurde ein Tag genannt, ein Ort und eine Uhrzeit. Man sah sich dabei in die Augen und war davon überzeugt, dass beide dort pünktlich auftauchen würden“, heißt es im Buch.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

„Was man sicher sehen und lernen kann ist, was man tatsächlich braucht und was nicht. Dinge, die man momentan als unentbehrlich empfindet, sind vielleicht in zehn Jahren überhaupt nicht mehr notwendig“, lautete Asamers Fazit über die Veränderungen seit den 70er-Jahren. Einer Zeit, in der man am Telefon noch fragte, „Wer spricht?“ und nicht: „Wo bist du?“

(S E R V I C E - Friederike Leibl-Bürger und Florian Asamer, „Schnee von gestern. Schlepplift, Strandbad, Schlüsselkinder - und was sonst noch war“; Styria Verlag, 208 Seiten, 19,99 Euro, 1. Auflage 2014, ISBN: 978-3-222-13456-2)


Kommentieren